Euro-Pokale & Roller-Shop Gosling

www.gosling.de - Ihre Nr.1 für Simson + MZ

Unser Sortiment

Neuheiten

z.B. mit diesen Produkten:
Dämpfungskörper, Kettenrad TS 48 Z. (Mitnehmer m. Zahnkranz ) ETZ250, 251, 301 - Ø-Lagersitz 47,00mm für Kugellager 1x SKF 6005 + 1x 6204 - mittig, Verdeckplane mit Türen und Reisverschluß für Duo (schwarz), Aufnäher mit Aufdruck/ gestickt Simson IFA 30x115, Auspuff Tomos A35 25km/h CHROM, Schriftzug ""Schwalbe"" Aluminium, silber, gerade (nicht gebogen) für Knieschutzblech (Beinblech) - KR51, ...

Bestseller

z.B. mit diesen Produkten:
Ölablaßschraube m. Magnet - Gewinde M14 x 1,5 - Simson Motor Typreihe M500, M700, Schlauch 2,75 x 16, einzelverpackt ( passend für Schwalbe, S50, S51, S70, Star,), Unterbrecherkontakt 1139 passend für Simson für alle Simsonfahrzeuge außer SRI, SRII, KR50, Zündkondensator 9042, Verdeckplane mit Türen und Reisverschluß für Duo (schwarz), ...

Simson-Teile

z.B. mit diesen Produkten:
Verdeckplane mit Türen und Reisverschluß für Duo (schwarz), ...

AntriebAuspuffDichtungenElektrikFahrwerksteileFilterKlebefolienMotorSeilzügeTuningVergaserZubehör

MZ-Teile

PacktaschenAntriebAuspuffDichtungenDiversesElektrikFahrwerksteileFilterMotorSeilzügeSeitenwagenTacho+ZubehörVergaser

Duo-Teile

FahrwerkElektrikSeilzügeAllgemeinKupplungMotor

Oldtimerteile

Simson SR I+IIAwoRT 125EMWBK 350Berlin RollerWartburgMZ ESOldtimer AllgemeinMZ TS

Räder/Reifen/Schläuche

FelgenFelgenbänderReifenSchläucheReifen alleSpeichen/Nippel

Schrauben universal

z.B. mit diesen Produkten:
Sicherungsring innen 34 X 1,5, ...

Sonstige SchraubenKerbstifteLinsenschraubenSenkschraubenZylinderschraubenMutternSechskantschrauben

Literatur

LitraturWerkstatthandbuch

Werkzeuge

z.B. mit diesen Produkten:
Fühlerlehre von 0,05 bis 1,00, Ersatzkartusche für Pannenhilfe, Abstandslehre 0,6mm MZ für Werkzeugtasche, ...

KlebebänderAbzieherLade- und MessgeräteSchlüsselWerkzeuge SimsonWerkzeuge MZWerkzeugtaschen

Oldtimerteile

RT 125Simson SR I+IIMZ TSAwoBerlin RollerBK 350EMWWartburgOldtimer AllgemeinMZ ESPittySimson SR I+II

Mofadrosselungen

z.B. mit diesen Produkten:
Drehzahlbegrenzer, Drossel mit Magnet Sensor, ...

Mofadrosselungen SimsonMofadrossel MZ, TSMofadrosselungen AprilliaMofadrosselungen BaotianMofadrosselungen DaelimMofadrosselungen BenelliMofadrosselungen BetaMofadrosselungen CPIMofadrosselungen DerbiMofadrosselungen GenericMofadrosselungen Her Chee, AdlyMofadrosselungen HyosungMofadrosselungen HondaMofadrosselungen ItaljetMofadrosselungen JinlunMofadrosselungen KeewayMofadrosselungen KymcoMofadrosselungen MalagutiMofadrosselungen PCIMofadrosselungen MeteoritMofadrosselungen PGOMofadrosselungen PiaggioMofadrosselungen PeugeotMofadrosselungen QuinQi KreidlerMofadrosselungen RiejuMofadrosselungen SachsMofadrosselungen Moto, RexMofadrosselungen SYMMofadrosselungen SuzukiMofadrosselungen TGBMofadrosselungen Wangye, RiveroMofadrosselungen Yamaha, MBKMofadrosselungen YamahaMofadrosselungen YiyingMofadrosselungen Zhongyu11 KW Drosseln Peugeot25 KW Drosseln Piaggio80 kmh Drosselungen

Lichtmaschinenumrüstungen

z.B. mit diesen Produkten:
Lichtmagnetzündanlage 6V 75W Gleichstrom mit integrierter vollelektronischer Zündung für Roller Ludwigsfelde (Pitty, SR56, SR59, TR150), Lichtmagnetzündanlage 12V 100W Gleichstrom mit integrierter vollelektronischer Zündung für Roller Ludwigsfelde (Pitty, SR56, SR59, TR150), Lichtmagnetzündanlage 12V 150W mit integrierter vollelektronischer Zündung für ES175-300/0/1/2, ETS250, Lichtmagnetzündanlage 6V 100W mit integrierter vollelektronischer Zündung für ES175-300/0/1/2 und ETS250, Lichtmagnetzündanlage 12V 180W mit integrierter vollelektronischer Zündung für ETZ125, ETZ150, ...

Öle, Lacke

LackstifteÖlePKWLackePflegemittelZubehör

Fan Artikel

z.B. mit diesen Produkten:
Schriftzug ""Schwalbe"" Aluminium, silber, gerade (nicht gebogen) für Knieschutzblech (Beinblech) - KR51, Schriftzug Schwalbe Aufkleber, ...

SchlüsselanhängerBekleidungSonstigeBlechschilderFan-ArtikelSturmhaubenModellePinsT-Shirts

Fahrzeuge

z.B. mit diesen Produkten:
Schwalbe, Suvio 50 schwarz, ...

BenelliMZAdivaKeewayRiveroLuxxonLifanHerkules

Fahrwerk

Euro-Pokale & Roller-Shop Gosling 

Wir bieten Ihnen einen Schnellen und Qualitativ hochwertigen Versand zu TOP-Preisen.

Ab 70 Euro Portofreie Lieferung !Probieren Sie es aus ! Sie finden in unserem Shop eine sehr gute Auswahl an Ersatzteilen für die Simson Schwalbe (KR 51/1 und KR 51/2), Simson S51 sowie Simson S50, Simson SR50 und SR80. Des weiteren bieten wir Ihnen auch Ersatzteile für die alte Simson Vogelserie, wie zum Beispiel der Simson SR4, worunter der Simson Habicht, Simson Sperber und der Simson Spatz fallen.

Natürlich bieten wir auch Ersatzteile für das Duo und die Motorradmarke MZ. In unserem Shop finden Sie fast alle Teile für die MZ ETZ 125,150,250 und einige Teile auch für Duo-Freunde.

Größter Simson Händler Deutschlands - Über 300 Fahrzeuge und Ersatzteile auf über 1300 Quadratmeter Fläche

Wir sind des weiteren Vertragshändler der Marken:

Adly, Atala, Babette, Bajaj, Benelli, Daelim, Derbi, Italjet, Jawa, Korado, Malaguti, Kreidler, Rex, Solo, Tomos, Simson & MZ.

Als Schwerpunkt haben wir uns den Vertrieb von Ersatzteilen gewidmet.

Verkauf, Finanzierung und Vermietung

Servicepartner von: Quelle und Neckermann.

Ausserdem bieten wir noch weitere Shop´s:

www.pokale.com  Auf www.pokale.com finden Sie nicht nur Pokale und Gravuren sondern auch Wimpel, Vereinszubehoer, Ehrenpreise, Juxpokale, Orden, Medaillen, Embleme und Schützenschilder u.v.m. Aber sehen sie selbst
www.cityel-station.de  Elektromobile der Marke Citycom.

Die preisgünstige Alternative zum Zweitwagen. Mobil und umweltfreundlich.

www.malossi.de Tuningartikel und Abgasanlagen. 

Erhältlich für fast alle Roller. Sie finden dort Artikel der Marken Malossi und LeoVince. 

Polini, Metrakit und Technigas sind in Vorbereitung.

Kleinkrafträder bestimmen vor allem im Sommerhalbjahr das Verkehrsgeschehen auf unseren Straßen in hohem Maße, verließen doch ab 1964 bis Ende 1981 ca. 2,5 Millionen Stück die Montagebänder des VEB Fahrzeug-und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann" in Suhl. Dennoch besteht trotz stetig steigender Produktion nach wie vor eine rege Nachfrage. Der Grund: Die Simson-Kleinkrafträder be­sitzen ein außerordentlich hohes Leistungs­vermögen und sind hinsichtlich Zuverlässig­keit und Wirtschaftlichkeit kaum zu überbie­ten.

Definition Kleinkraftrad"

Kleinkrafträder sind Motorräder, Motorroller und Mopeds mit einem Hubraum bis 50cm3 und einer Höchstgeschwindigkeit bis 60 km/h" - §84 StVZO. Wird auch nur eines dieser Kriterien überschritten, ist die Bezeich-nung.Kleinkraftrad" nicht mehr zutreffend -es wird die Fahrerlaubnis der Klasse 1 be­nötigt. Jugendliche Bastler, die beispiels­weise durch Frisierarbeiten die Motorleistung erhöhen und danach die Höchstgeschwindig­keit von 60 km/h mit ihrem Fahrzeug über­schreiten, mögen sich das merken. Sie ver­stoßen damit gegen die StVZO und können dementsprechend von der Volkspolizei zur Verantwortung gezogen werden. Für Kleinkrafträder, die mit Knieschluß ge­fahren werden, wie beispielsweise das S51, ist auch die Bezeichnung Mokick" gebräuch­lich. Die Wortkombination setzt sich aus den Begriffen Motor" und Kickstarter" zusam­men. Diese Bezeichnung trifft im Prinzip für alle Simson-Kleinkrafträder mit motorrad­ähnlichem Charakter zu. Mopeds sind Kleinkrafträder, die mit Tret­kurbeln ausgerüstet sind. Mit ihnen wird der Motor angeworfen, gleichzeitig muß aber auch die behelfsmäßige Fortbewegung des


Rades ohne Motorkraft möglich sein. Moped" ist somit die Abkürzung für Motor" und Pedalantrieb". Dieser Klasse entsprachen die früher produzierten Klein­kraftradtypen SR1, SR2 und SR4-1 Spatz". Der in der DDR gebräuchliche Begriff Klein­roller" definiert ein Kleinkraftrad mit Rol­lercharakter. Fahren mit Knieschluß ist bei ihm nicht möglich. Ein typischer Vertreter dieser Klasse ist die Schwalbe". Die heutigen Suhler Kleinkrafträder sind all­gemein zur Beförderung von zwei Personen zugelassen.

Zum Führen eines Kleinkraftrades ist gemäß §85 StVZO eine Fahrerlaubnis erforderlich. Sie kann nach Vorlage eines ärztlichen Gut­achtens gemäß §10 und Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung gemäß §13 StVZO bei der zuständigen Zu­lassungsstelle der Deutschen Volkspolizei beantragt werden. Zur Aneignung der not­wendigen verkehrsrechtlichen Kenntnisse ist es empfehlenswert, eine öffentliche Fahr­schule oder die speziellen Lehrgänge in Be­trieben, GST, Motorsportklubs des ADMV, Schulen und Wohngebieten zu besuchen.

Versicherung und Registrierung

Die Inbetriebnahme eines Kleinkraftrades ist erst nach Abschluß einer Kraftfahr-Haft-pflichtversicherung bei der Staatlichen Ver­sicherung der DDR zulässig. Der Jahresbetrag beträgt in der DDR 8,50 M und in der Haupt­stadt der DDR, Berlin, 10,50M jährlich. Als Zahlungsnachweis werden Wertmarken aus­gegeben. Diese Wertmarken sind während des gesamten Jahres bei den Dienststellen der Staatlichen Versicherung der DDR und im Zeitraum vom 1. März bis 30. April bei allen Sparkassen, Filialen der Deutschen Noten­bank,  Banken für Handwerk und Gewerbe 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, für Kleinkrafträder eine Kasko-Versicherung ab­zuschließen. Der jährliche Beitragssatz für eine Kasko-Versicherung mit 100,-M Selbst­beteiligung beträgt 24,-M, der Beitrag für eine Teilkasko-Versicherung 8,-M. Kleinkrafträder werden seit 1977 nicht mehr bei den Zulassungsstellen der Deutschen Volkspolizei registriert. Eine Betriebserlaub­nis wird beim Kauf des Fahrzeugs mit aus­gehändigt. Sie enthält die technischen Anga­ben des jeweiligen Fahrzeugtyps und auch den Fahrzeughalter. Die technischen Über­prüfungen werden hierin vermerkt. Besitz- und technische Veränderungen an Kleinkrafträdern sind demzufolge bei den Zulassungsstellen der DVP nicht mehr mel­depflichtig. Es wird jedoch empfohlen, daß sich der Kleinkraftradbesitzer die von den Werkstätten vorgenommenen Veränderun­gen, wie Motor- oder Rahmenaustausch, Neulackierung in verändertem Farbton sowie sonstige "Umbauten, schriftlich bestätigen läßt. Bei selbst durchgeführten Umbauten sind die Quittungen der Kaufteile aufzube­wahren. Diese Unterlagen werden bei der Bearbeitung von Versicherungsfragen, Ga­rantieansprüchen und Verlustmeldungen be­nötigt.

Modellübersicht/Unterscheidungs­merkmale

An keinem anderen in der DDR produzierten Kraftfahrzeugtyp wird so deutlich wie an den Suhler Kleinkrafträdern, welche Entwicklung die Fahrzeuge hinsichtlich Sicherheit, tech­nischer Perfektion, Zuverlässigkeit und Lei­stung in den letzten Jahren genommen haben. Dank ihrer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und ihrer für diese Fahrzeug­klasse überdurchschnittlich leistungsstarken Motoren sind sie sowohl für Stadt- und Kurz­streckenfahrten als auch für Überlandfahrten größeren Ausmaßes geeignet. Selbst in der Auslandstouristik spielen die Suhler Klein­krafträder infolge ihrer Zuverlässigkeit eine immer größere Rolle.

Die nachfolgende Übersicht berücksichtigt die Simson-Kleinkraftradmodelle, die in den


Anlagen  1  bis 5 enthalten die technischen Daten.

Typenreihe KR 51/1

Der Kleinroller des Typs Schwalbe" (Bild 1-1) ist ein sogenanntes Allwetterfahrzeug. Durch den hervorragenden Schmutzschutz wird er insbesondere von Frauen gern ge­fahren. Er gilt als das ideale Fahrzeug für die tägliche Fahrt zur Arbeitsstelle. Dieser Kleinkraftradtyp wurde erstmalig als Zweisitzer entwickelt und von 1964 bis 1980 produziert. Als Antriebsquelle dient ein robu­ster, gebläsegekühlter 2,65-kW-Einzylinder-Zweitaktmotor11 mit Dreiganggetriebe. Bei der Konzipierung der Typenreihe wurden fortschrittliche Wege beschritten. Neben Voll-schwingenfahrwerken mit großen Feder­wegen und wirksamen Vollnabenbremsen sind die Räder austauschbar. Ferner wurde großer Wert auf Wartungsfreiheit gelegt. Als Folge konnten alle Schmiernippel entfallen und wurde der Kettentrieb staubdicht mittels Gummischutzschläuchen gekapselt. Außer­dem erleichtern Steckachsen die Demontage der Räder, wobei der Hinterradantrieb kom­plett an der Hinterradschwinge verbleibt. Vervollständigt werden konnte dieser Typ -wiederum erstmalig bei einer derartigen Fahrzeugklasse - mit Blinkleuchten, Stop-licht, Parklicht und einem Gleichstrom-Signalhorn. Die Voraussetzungen dafür wur­den durch den während der Fahrt aufladba­ren Bleisammler geschaffen. Ein solider Gepäckträger mit verstellbarem Spannband gehört zur Grundausstattung. Im Produktionszeitraum wurden verschie­dene Detailverbesserungen zwecks Ge­brauchswerterhöhung wirksam. Genannt seien eine verlängerte Sitzbank, ein höheres Motordrehmoment sowie funktionsverbes-serte Bremsen.

An die Schwalbe" kann ein typgeprüfter und im Fachhandel erhältlicher Kindersitz mon­tiert werden. Ferner ist das Fahrzeug bei Ver­wendung typgeprüfter Bauteile für den An-hgngerbetrieb zugelassen.

1) kW = Kilowatt; 1 kW = 1,36 PS oder 1 PS = 0,736 kW

KR 51/1 und KR 51/1 F: Diese beiden Grund­modelle der Rollertypenreihe sind mit Fe­derbeinen mit Reibungsdämpfung ausgestat­tet. Zur äußeren Kennzeichnung dienen die Farben sandgrau und blau. Die Getriebe­schaltung erfolgt durch einen Schaltdrehgriff auf der linken Lenkerseite oder wahlweise durch Fußschaltung mittels einer Schalt­wippe.

KR 51/1 K; Bei dieser Komfort-Variante des Kleinrollers wurden für die Radfederungen erstmals hydraulische Zweikammerdämpfer eingesetzt. Der Fahrkomfort erhöhte sich da­durch erheblich, da die Bodenhaftung der Räder bedeutend verbessert werden konnte. Ferner bietet eine verlängerte Doppelsitzbank günstigere Voraussetzungen für den Sozius­betrieb. Die Fahrzeuglackieiung erfolgte in weiß und saharabraun.

KR 51/1 S: Diese von 1968 bis 1980 pro­duzierte Roller-Sonderausführung besitzt als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal eine automatische Kupplung. Sie ermöglicht auch ungeübten Nutzern ein bequemes Anfahren, ohne Gefahr zu laufen, den Motor dabei ab­zuwürgen. Und da gleichzeitig Fußschaltung und Kupplungsbetätigung kombiniert wur­den, konnte der Kupplungshandhebel am Lenker entfallen. Ferner wurden die Lichtlei­stung des Scheinwerfers auf 25/25 W erhöht, die Zündspule  außerhalb  des  Motors an-


geordnet, die Schutzhülsen der vorderen hy­draulisch gedämpften Federbeine verchromt. Die Lackierung erfolgte in olivbeige und si­gnalrot.

Typenreihe SR 4

Bei der SR 4-Typenreihe galt es, mit mölichst vielen Baugruppen des Rollers KR 51 einen völlig neuen sportlichen Fahrzeugtyp, insbesondere für die junge Generation, zu schaffen. Es gelang durch Übernahme des Triebwerkes, der Radfederungen, der Räder und Bremsen, des bewährten Hinterrad­antriebes, des Lenkers, der Sitzbank und der gesamten elektrischen Anlage. Bekannte Vertreter dieser Typenreihe sind die Modelle SR 4-1 Spatz", SR 4-2 Star", SR 4-3 Sper­ber" und SR 4-4 Habicht", wobei der Sper­ber" aufgrund der Motorleistung von 3,4 kW und somit höherer Fahrgeschwindigkeit als Motorrad ausgelegt war. Alle SR 4-Modelle können mit einem typ­geprüften Kindersitz ausgerüstet werden. Ebenso ist Anhängerbetrieb möglich.

SR 4-2 Star": Dieses zweisitzige Kleinkraft­rad (Bild 1-2) weist bereits einen mo­torradähnlichen Charakter auf. Infolge des stabilen Rohr-Prägerahmens mit feststehen­den Fahrerfußrasten und den Langschwin­gen-Radfederung besitzt es sehr gute Fahreigenschaften, die sogar eine sportliche Fahr­weise ermöglichen. Das strapazierfähige Dreigangtriebwerk mit Gebläsekühlung und Fußschaltung sowie einer Leistung von 2,5 kW unterstützt diese Tendenz. Obwohl die Anordnung des Kraftstoffbehäters das Fahren mit Knieschluß schon zuläßt, wurde dennoch ein freier Durchstieg vor­gesehen, um auch Benutzern der mittleren und älteren Generation das Aufsitzen zu er­leichtern.

Der Schmutzschutz ist durch die voluminösen Kotflügel recht gut. Trotzdem kann noch ein


Beinschutzblech nachgerüstet werden, so daß eine Schutzwirkung erreicht wird, die der des Kleinrollers nicht viel nachsteht.

SR 4-4 Habicht": Bei diesem Spitzenmodell der SR 4-Typenreihe (Bild 1-3) mit einer Mo­torleistung von 2,5 kW wurde in der Klein­kraftradklasse erstmals ein Vierganggetriebe eingesetzt. Ferner erhielt das Fahrzeug einen großen Kraftstoffbehälter, der unmittelbar an die verlängerte Sitzbank anschließt und somit eine echte Motorradsitzposition ermöglicht, hydraulisch gedämpfte Federbeine und einen

steiferen Rahmen, was die Fahrstabilität er­heblich verbesserte.

Zum Einsatz kamen ein 25/25-W-Scheinwer-fer und eine außenliegende Zündspule. Das steigerte den Gebrauchswert merklich.

Typenreihe S 50

Mit dieser Typenreihe schufen die Suhler Fahrzeugbauer eine Serie von Kleinkraft­rädern, die sich lediglich hinsichtlich des Leistungsvermögens noch vom Motorrad unterscheiden. Motorradtypische Baugrup­pen wie Teleskopgabel und verstellbarer niedriger Rohrlenker unterstreichen den Mo­torradcharakter.

Das fahrtwindgekühlte Triebwerk mit einer Leistung von 2,65 kW und drei Gängen erhielt hinsichtlich Leistung und Drehmoment ver­besserte Kennwerte. Die thermische Stand­festigkeit des Triebwerkes in allen Fahrsitua­tionen gewährleistet die großflächige Ver-rippung von Zylinder und Zylinderkopf. Im Grundaufbau entspricht das Triebwerk aber den Vorgängermodellen. Lediglich die äßere Gestaltung wurde dem sportlichen Fahr­zeugcharakter angepaßt. Die langhubige Teleskopgabel mit hydrauli­schem Endanschlag und die Hinterrad­schwinge , mit hydraulisch gedämpften Fe­derbeinen verleihen dem Fahrzeug in Ver­bindung mit dem stabilen, verschraubten Rohrrahmen hervorragende Fahreigenschaf­ten.

Vorder- und Hinterradbremse wurden in ihrer Wirksamkeit erhöht. Durch Einsatz eines großvolumigen Ansauggeräuschdämpfers und weiterer Maßnahmen konnte das Ge­samtfahrgeräusch auf 77 dB (AF) abgesenkt werden. Ferner wurde die Abgasanlage zwecks Erleichterung des Radausbaus auf der rechten Fahrzeugseite angeordnet und ein modern gestalteter Kraftstoffbehälter mon­tiert.

Auch für die S 50-Modelle sind bauart­genehmigte Kindersitze im Fachhandel er­hältlich. Ebenso ist Anhängerbetrieb gestat­tet, wobei jedoch die Beleuchtung des An­hängers der Heckbeleuchtung des Zugfahr­zeugs entsprechen muß.


S 50 N; Dieses Grundmodell weist den glei­chen Fahrkomfort auf wie alle anderen Mo­delle der S 50-Reihe. Lediglich die elektrische Anlage wurde so weit minimiert, wie es die gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Hier­bei wurde aus Sicherheitsgründen jedoch nicht auf das Bremslicht verzichtet. An Besonderheiten sind zu verzeichnen: Die Stomversorgung des Signalhorns erfolgt über eine Trockenbatterie, die Farbe des Fahrzeugs ist blau, an den Federbeinen sind schwarze Plastschutzrohre eingesetzt, die Beifahrerfußrasten sind an der Hinterrad­schwinge befestigt.

Das S 50 N erfordert sehr wenig Wartung und ist speziell für den Einsatz in verkehrsarmen Gebieten (Land- und Forstwirtschaft) konzi­piert worden.

S 50 B: Bei diesem Kleinkraftrad wurde erst­malig eine Vierleuchten-Blinkanflage mit 21 W Leistung pro Leuchte eingeführt. Zur Ab­sicherung der Energiebilanz kamen eine 12-Ah-Batterie und eine entsprechend ab­gestimmte Ladeanlage zum Einsatz. Mit die­sen Maßnahmen erhöhte sich die Verkehrs­sicherheit beträchtlich. Alle S 50 B-Typen (auch S 50 B 1 und S 50 B 2) wurden in den Farben rapsgelb, kirschrot, saharabraun und saftgrün geliefert. Ver­chromte Federbeinschutzrohre verbesserten das Gesamtaussehen des Fahrzeugs.

S 50 B 1: Dieses Modell löste das Modell S 50 B ab. Im Zuge der weiteren Gebrauchswert­erhöhung konnte jedoch die ScheinWerfer-lichtleistung auf 25/25 W gesteigert und die elektrische Anlage um Standlicht und Licht­hupe erweitert werden. Eine außenliegende Zündspule und der Einsatz einer Drosselspule für das Rücklicht erhöhten die Funktions­sicherheit. Am Rahmenausleger ange­schraubte Fußrasten bieten auch dem Bei­fahrer einen hohen Fahrkomfort.

S 50 B 2: Bei diesem Spitzenmodell der S 50-Baureihe (Bild 1-4) wurde eine völlig war­tungsfreie elektronische Magnetzündanlage eingebaut und die Lichtleistung des Schein­werfers auf 35/35W erhöht. Diese Ausstat­tungsdetails waren zum Zeitpunkt des Se­rienanlaufs im Jahre 1976 einmalig.

Alle Einstell- und Wartungsarbeiten an der Zündanlage entfallen, und die Zündker­zenstandzeit ist drei- bis fünfmal größer als bei unterbrechergesteuerten Zündanlagen.

Typenreihe S 51

Das Hauptmerkmal dieser seit Mitte 1980 pro­duzierten Modelle ist der Einsatz eines neu­entwickelten 50-cm2-Triebwerks mit 2,72 kW Leistung in moderner Form und verbesserten Drehmomentwerten. Die Vorteile bestehen u.a. in folgendem:

-    Senkung des Kraftstoffverbrauchs um ca.
10%.

-    Wahlweiser Einsatz von ziehkeilgeschalte-
ten Drei- oder Vierganggetrieben.

-    Höhere thermische Belastbarkeit.

-    Tellerfederkupplung.

-    Senkung der Triebwerksgeräusche.

-    Qualitätsverbesserung des Schwunglicht-
primärzünders, Erhö
hung der Mindestlicht-
leistung auf 25W.

-    Erhöhung      der      Nutzungsdauer      auf
40000km.

-    Größere Servicefreundlichkeit.

Die Fahrleistungen, speziell bei Soziusbetrieb und im bergigen Gelände, steigen durch den leistungsstärkeren Motor merklich an. Ferner konnte durch die außenliegende Zündspule


die Lichtleistung einheitlich auf 25W fest­gelegt werden.

Die eingangs angesprochene größere Ser­vicefreundlichkeit kommt darin zum Aus­druck, daß alle Reparaturarbeiten am Trieb­werk - außer Arbeiten an der Kurbelwelle und am Getriebe - ohne Ausbau und Demon­tage des Motors erledigt werden können. Fahrwerkseitig bauen die S 51-Modelle auf die S 50-Modelle auf. Ein moderner Flachscheinwerfer und eine veränderte Grafik unterscheiden die Fahrzeuge jedoch deutlich voneinander.

Analog den S50-Typen sind auch bei den S51-Typen typgeprüfte Kindersitze sowie Anhängerkupplungen zugelassen. Zum Zeitpunkt der Drucklegung des Buches wurden vom Suhler Stammbetrieb des IFA-Kombinates für Zweiradfahrzeuge folgende Modelle im Handel angeboten.

S 51 N: Dieses Grundmodell (Bild 1-5) mit einfachster elektrischer Ausstattung ist mit einem Dreiganggetriebe ausgerüstet. Beacht­lich sind dagegen die Funktionsverbesserun­gen an der Zündanlage. Durch eine ver­änderte Anordnung des Unterbrechers ist jedes Verölen im Fahrbetrieb ausgeschlos­sen. Außerdem besitzt das Fahrzeug eine außenliegende Zündspule, die wegen der geringen thermischen Belastung eine höhere

Funktionssicherheit aufweist. Erstmals be­trägt bei diesem einfachsten Ausstattungs­modell die Scheinwerferlichtleistung 25/25W.

S 51 B 1-3: Dieses Modell mit Dreigang­getriebe besitzt die komplette elektrische Ausstattung (Vier-Leuchten-Blinkanlage, Standlicht, 25-W-Scheinwerfer, Lichthupe). Neu ist die Schalterkombination auf der lin­ken Lenkerseite. Abblend- und Lichtschalter sowie die Betätigungsknöpfe für die akusti­sche und optische Signalgabe sind in einer Baueinheit untergebracht.


Die sinnfällige Schaltrichtung des Blinkschal­ters - nach rechts schalten bedeutet auch rechts blinken - vermeidet irritierendes Falschblinken durch Verwechseln der Schalt­richtung.

S 51 B 1-4: Dieses Modell gleicht in der tech­nischen Ausstattung - bis auf das Viergang­getriebe - völlig dem Typ S 51 B 1-3. Zur Unterscheidung der Gangzahl des Triebwerks ist in den Kupplungsdeckeln jeweils die 3 oder 4 eingegossen.

S 51 B 2-4: Das S 51 B 2-4 als komfortabelstes

1-4 auf. Es besitzt aber die warturygsfreie elektronische Magnetzündanlage. Ferner ist bei ihn die Scheinwerferlichtleistung auf 35/35 W erhöht.

An den Federbeinen der Hinterradfederung werden freiliegende Tragfedern verwendet. Die Federn sind zwecks optimalen Korro­sionsschutzes größtenteils mit einer Plast-beschichtung versehen. Der Rückspiegel wurde zwecks Sichtverbes­serung im Durchmesser auf 120 mm vergrö­ßert. In dem auf 60 mm Durchmesser ver­größerten Tachometer ist eine grüne Kon­trolleuchte für die Blinkanlage mit unter­gebracht.

Typenreihe KR 51/2

Es war eine logische Schlußfolgerung der Suhler Fahrzeugkonstrukteure, den neuent­wickelten 2,72-kW-Motor mit einer Vielzahl technischer und ökonomischer Vorteile auch in den Kleinroller KR 51 (Bild 1-7) einzubauen. Hierdurch wurden gleichzeitig die Vorausset­zungen geschaffen, um das Gesamtfahr­geräusch aller Kleinrollermodelle unter die international vorgeschriebene Grenze ab­zusenken.

Das fahrtwindgekühlte 2,72-kW-Triebwerk hat sich im Kleinroller bestens bewährt.  Nach


bündelten Luftstromes sogar noch kühler als > im Modell S 51.

Mit Einbau des neuen Drei- oder Viergang­getriebes erfolgten gleichzeitig konstruktive Änderungen am Doppelrohrrahmen zur Er­höhung der Grenznutzungsdauer. Bedeu­tungsvoll ist auch die Funktionsverbesserung der Hinterradbremse durch Einsatz eines Bremsgestänges.

Zur Erleichterung des Ausbaues des Hinter­rades bei Reifenpannen oder Wartungsarbei­ten wurde die Abgasanlage auf die rechte Fahrzeugseite verlegt. Damit wurde auch die Verbrennungsgefahr für die weiblichen Rol­lerfahrer wegen der meist von links erfolgen­den Fahrzeughandhabung beseitigt. Um Fahrzeugdieben das Leben schwer zu machen, kommt ein bedeutend stabileres Lenkschloß mit einem höheren Sicherheits­grad zum Einsatz.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden ferner die Lichtleistung des Scheinwerfers auf 25W angehoben und die große Brems­schlußleuchte des S51 an der Heckpartie montiert. Der Ladestrom für die Batterie be­trägt 1,1 A und dient der Verbesserung der Energiebilanz.

Lackiert ist die neugestaltete Lenkerverklei­dung mattschwarz. Ein zusätzlicher Rechts­spiegel läßt sich anbringen.

KR 51/2 N: Dieser Grundtyp besitzt einen kontaktgesteuerten Schwunglichtprimärzün-der mit 25W Scheinwerferlichtleistung und außenliegender Zündspule. Die Getriebe­schaltung erfolgt generell mittels Fußschalt­wippe. Für die Radfederungen sind reibungs­gedämpfte Federbeine eingesetzt. Die Elek­trikbauteile Sicherungsdose und Leitungs­verbinder sind sehr gut zugänglich unter der Abdeckung des Vorderteiles angebracht. Der übrige Aufbau entspricht dem des KR 51/1 F.

KR 51/2 E: Dieses Modell ist mit hydraulisch gedämpften Federbeinen ausgestattet. Seine Fahrleistungen wurden duch den Einbau eines Vierganggetriebes verbessert.

KR 51/2 L: In diesem Luxusmodell ist die bewährte wartungsfreie elektronische Zünd­anlage montiert und dadurch gleichzeitig die Scheinwerferlichtleistung auf 35W erhöht worden.

Das Spitzenmodell wird selbstverständlich auch mit Vierganggetriebe und den kom­fortablen hydraulisch gedämpften Radfede­rungen geliefert.

Krankenfahrzeug DUO 4/1

Das motorisierte Krankenfahrzeug DUO 4/1


(Bild 1-8) ist ein auf reine Zweckmäßigkeit ausgelegtes Fortbewegungsmittel für Geh­behinderte. Es ist sehr einfach in seiner tech­nischen Konzeption, die Unterhaltungskosten sind extrem niedrig, und der Wartungsauf­wand ist ähnlich dem des Kleinkraftrades gering. Für die Benutzung ist die Fahrerlaub­nis für Kleinkrafträder erforderlich. Gestaltung und Fahrwerkaufbau werden durch die Vielzahl der vom Kleinkraftradmo­dell Schwalbe" übernommenen Bauteile bestimmt. Der Versehrte hat so den großen Vorteil, daß ihm bei auftretenden Pannen von den weit über 1000 Simson-Diensten in der Republik geholfen werden kann. Die starke Verwandtschaft zum Kleinkraftrad drückt sich darin aus, daß folgende Bauteile

-  teilweise mit geringfügigen Änderungen -
übernommen worden sind:

-    Triebwerk einschließlich Ansaug- und Aus­
puffanlage.

-    Räder und Reifen (alle 3 untereinander aus­
tauschbar).

-    Bremsen.

-Hinterradantrieb (auf das  linke Rad wir­kend).

-    Vorderradlangschwinge    und    Hinterrad­
schwingen einschließ
lich hydraulisch ge­
d
ämpfter Federbeine.

-    Kotflügel, Seitenverkleidungen, Bedienele­
mente.

.- Teile der elektrischen Anlage.

Das DUO 4/1 ist mit einem breiten und, was für Behinderte sehr wichtig ist, extrem nied­rigen Einstieg versehen. Die Bedienung er­folgt ausschließlich mit den Händen. An der Lenksäule befinden sich alle Bedienelemente, außer der Feststellbremse, dem Anwerf- und dem Schalthebel für das Triebwerk. Durch das Nachvorndrücken der Lenksäule werden alle drei Räder gleichzeitig abgebremst. Die Bremskräfte werden über einzeln einstellbare Seilzüge auf die Radbremsen übertragen. Die Lenkbewegung wird von der Lenksäule über eine wartungsfreie Spustange auf den Schwingenträger der Vorderradfederung übertragen. Der kräftige, in sich verstrebte Rohrrahmen gibt dem Krankenfahrzeug auch bei schneller Kurvenfahrt die nötige Stabilität. Ein entscheidenes Kriterium für den hohen Gebrauchswert des DUO 4/1 stellt der Wetterschutz dar. Die Frontscheibe aus Si­cherheitsverbundglas ist mit einem elek­trischen Scheibenwischer ausgestattet. Selbst eine Scheibenwaschanlage fehlt nicht. Die Verdeckplane kann bei sommerlicher Witterung leicht abgenommen werden. Die breite gepolsterte Sitzbank bietet zwei Perso­nen bequem Platz.

Das gebläsegekühlte 2,65-kW-Dreigangtrieb-werk des Kleinrollers KR 51/1 S mit Kupp­lungsautomatik stellt das ideale Antriebsag­gregat für ein derartiges Fahrzeug dar. Die Handkupplung entfällt, so daß sich die Bedie­nung während der Fahrt nur noch auf Schal­ten und Gasgeben beschränkt. Trotz der rela­tiv hohen Gesamtmasse des Fahrzeugs und des großen Luftwiderstandes beschleunigt das 50-cm3-Triebwerk das Fahrzeug noch re­lativ gut und gewährleistet bei veränderter Sekundärübersetzung eine Höchstgeschwin­digkeit von ca. 50 km/h. Die elektrische Anlage weicht trotz Über­nahme vieler Bauteile doch erheblich von den entsprechenden Anlagen der Kleinkrafträder ab. Der Schwunglichtprimärzünder versorgt lediglich den 25/25-W-Scheinwerfer bzw. die Lichthupe mit Wechselstrom. Alle anderen Verbraucher werden mit Gleichstrom betrie­ben. Die nötigen Voraussetzungen dafür wur­den durch den Einsatz eines Bleisammlers von 6V und 12Ah (früher 6V 16Ah) geschaf­fen. Für das Nachladen der relativ hoch be­lasteten Batterie wird der gesamte Strom der


18-W-Spule (beim KK bi/1 s zur Versorgung des Bremslichts eingesetzt) über eine Zwei­weggleichrichtung (Graetzschaltung) genutzt. Weitere Einzelheiten können dem als Beilage beigefügten Schaltplan der elektrischen An­lage entnommen werden. Durch diese Schalt­art ist auch gewährleistet, daß das Fahrzeug bei Stillstand des Triebwerks beleuchtet werden kann.

Technische Beschreibung KR51

Ihr "Simson"-Kleinkraftrad ist ein nach modernsten Gesichtspunkten konzipiertes Straßenfahrzeug für Beruf, Schule und Freizeit.

Zum Antrieb dient ein robuster Zweitakt-Ottomotor mit Umkehrspülung, der die Erfahrungen einer nach Millionen zählenden Produktion in sich vereint. Das Schaltgetriebe wird mechanisch betätigt und ist in dem gemeinsamen Motor-Getriebe-Gehäuse aus Aluminium-Druckguß untergebracht. Die Mehrscheiben-Lamellenkupplung läuft im ÖIbad und zeichnet sich durch hohe Verschleißfestigkeit und gute Dosierbarkeit aus. Die Antriebskette für das Hinterrad ist völlig gekapselt und somit optimal gegen äußere Verschmutzung geschützt, was höchste Lebensdauererwartungen rechtfertigt. Die Laufräder sind untereinander austauschbar. Die gut ausgewogene Radfederung und die vibrationsarme Motoraufhängung sowie die bequeme Sitzbank und körpergerechte Anordnung der Bedienungselemente gewährleisten ein hohes Maß an Fahrkomfort, während großdimensionierte Innenbacken-Trommelbremsen für angemessene Bremsverzögerung auch in kritischen Situationen sorgen.

Das Zubehör ist vor fremden Zugriff geschützt untergebracht. Für die Lackierung wird Einbrennlack auf Alkydharzbasis verwendet.

1. Technische Daten

1.1. Allgemeingültige technische Daten für die Typen S51 und S70

Arbeitsverfahren                 : Zweitakt-Otto-Motor

Kolbenhub                           : 44 mm

Schmierung                          : Mischungsverfahren 1 : 50

Kühlung                                               : Fahrtwind

Zündkerze                            : ZM 14-260 (Elektrodenabstand 0,4 mm)

Vergasertyp                         : 16 N 3-4 (S 51)

                                                 16 N 3-5 (S 70)

Nadelposition                      : 4. Kerbe von oben           

Luftfilter                                : FLP 62/1 (Naßluft)

Kupplung                             : Mehrscheiben - Ölbad - Kupplung mit Tellerfeder

Schaltgetriebeart                 : mechanisch, Ziehkeilgetriebe

Antriebskette                       : Einfach - Rollenkette 086-1-110 TGL 11 796

Reifenluftdruck                    :

                                                 Bereifung 2 ¾ - 16 R

                                                 vorn/hinten (Solo)                 125/180 kPa

                                                                                                   (1,25/1,80 kp/cm²)

                                                 vorn/hinten (Sozius)              125/250 kPa

                                                                                                   (1,25/250 kp/cm²)

                                                 Bereifung  2,75 - 16 R K 35

                                                                     2,75 - 16 R K 32

                                                 vorn/hinten (Solo)                125/180 kPa

                                                                                                   (1,25/180 kp/cm²)

                                                 vorn/hinten (Sozius)              125/180 kPa

                                                                                                   (1,25/2,80 kp/cm²)

Federung                              :

vorn                                         Teleskopgabel

hinten                                      Langschwinge mit Federbeinen (je nach Ausstattung mit oder ohne

  Verstelleinrichtung, siehe Bild 15)

Dämpfung                            :

vorn                                         ohne, aber mit hydraulischer Wegbegrenzung

hinten                                      hydraulisch

Federweg

vorn                                         130 mm

hinten                                      siehe Abschnitt 1.2.

Inhalt des Kraftstoffbe-

hälters                                   : 8,7 l (davon 0,8 l Reserve)

Zulässige Gesamtmasse     : 260 kg

Belastbarkeit des Gepäck-

trägers                                   : 10 kg

Zulässige Anhängelast      : 60 kg

Zulässige Höchstge-

schwindigkeit bei An-

hängerbetrieb                      : 40 km/h

Sitzplätze                              : 2

kleinster Wendekreis

Durchmesser                        : 3,25 m

Bedienungsanleitung der S51 und S70

1. Technische Daten

1.1. Allgemeingültige technische Daten für die Typen S51 und S70

Arbeitsverfahren                 : Zweitakt-Otto-Motor

Kolbenhub                           : 44 mm

Schmierung                          : Mischungsverfahren 1 : 50

Kühlung                                               : Fahrtwind

Zündkerze                            : ZM 14-260 (Elektrodenabstand 0,4 mm)

Vergasertyp                         : 16 N 3-4 (S 51)

                                                 16 N 3-5 (S 70)

Nadelposition                      : 4. Kerbe von oben           

Luftfilter                                : FLP 62/1 (Naßluft)

Kupplung                             : Mehrscheiben - Ölbad - Kupplung mit Tellerfeder

Schaltgetriebeart                 : mechanisch, Ziehkeilgetriebe

Antriebskette                       : Einfach - Rollenkette 086-1-110 TGL 11 796

Reifenluftdruck                    :

                                                 Bereifung 2 ¾ - 16 R

                                                 vorn/hinten (Solo)                 125/180 kPa

                                                                                                   (1,25/1,80 kp/cm²)

                                                 vorn/hinten (Sozius)              125/250 kPa

                                                                                                   (1,25/250 kp/cm²)

                                                 Bereifung  2,75 - 16 R K 35

                                                                     2,75 - 16 R K 32

                                                 vorn/hinten (Solo)                125/180 kPa

                                                                                                   (1,25/180 kp/cm²)

                                                 vorn/hinten (Sozius)              125/180 kPa

                                                                                                   (1,25/2,80 kp/cm²)

Federung                              :

vorn                                         Teleskopgabel

hinten                                      Langschwinge mit Federbeinen (je nach Ausstattung mit oder ohne

  Verstelleinrichtung, siehe Bild 15)

Dämpfung                            :

vorn                                         ohne, aber mit hydraulischer Wegbegrenzung

hinten                                      hydraulisch

Federweg

vorn                                         130 mm

hinten                                      siehe Abschnitt 1.2.

Inhalt des Kraftstoffbe-

hälters                                   : 8,7 l (davon 0,8 l Reserve)

Zulässige Gesamtmasse     : 260 kg

Belastbarkeit des Gepäck-

trägers                                   : 10 kg

Zulässige Anhängelast      : 60 kg

Zulässige Höchstge-

schwindigkeit bei An-

hängerbetrieb                      : 40 km/h

Sitzplätze                              : 2

kleinster Wendekreis

Durchmesser                        : 3,25 m

Technische Daten
zum nächsten Punkt ; Index

Typ Simson-Moped SR 1 mit 'Rheinmetall'-Motor Rh50
Bauart Luftgekühlter Einzylinder-Zweitakt-Motor mit Flachkolben
Zylinderbohrung 38 mm
Kolbenhub 42 mm
Hubraum 47,6 ccm
Verdichtung 6 : 1
Kurzleistung 1,5 PS bei 5000 U/min
Dauerleistung 1,3 PS bei 4200 U/min
Schmierung Mischungsschmierung
Elektrische Anlage Schwunglichtmagnetzünder 15/18 Watt mit Lichtspule 6 V-18 Watt
  Zündzeitpunkt: 2,5 mm vor O.T.
  Abstand der voll geöffneten Unterbrecherkontakte: 0,4 mm
  Zündkerze: M14-225 DIN 72502
  Zündkerzen-Elektrodenabstand: 0,4 mm
  Scheinwerferbirne: Bilux 6 V - 15/15 Watt
  Schlußlicht: 6 V - 3 Watt
Vergaser BVF Zentral-Schwimmer-Vergaser NKJ 121-1
  Einstellung: Hauptdüse 55
  Nadeldüse 210
  Nadelstellung: 3. Kerbe von oben
Luftfilter Naßluftfilter und Startereinrichtung
Kraftstoff Benzin - Ölmischung 25 : 1
  Ölsorte für Mischung: Markenöl
  Inhalt des Kraftstoffbehälters etwa 4,5 Liter Mischung, davon Reserve etwa 0,5 Liter
  Kraftstoffverbrauch auf 100 km Fahrstrecke: etwa 1,4 bis 1,6 Liter bei ebener Strecke und 20 bis 25 km/h (Kilometer je Stunde) Geschwindigkeit, etwa 2 Liter bei ebener Strecke und 45 km/h Geschwindigkeit
Kupplung Dreischeiben-Ölbadkupplung
Schalldämpfer zerlegbar
Kraftübertragung Motor-Getriebe: Übersetzung 1 : 3,307
  Getriebe: Zweiganggetriebe im Motorblock
  Übersetzung im 1. Gang 1 : 3,5
  Übersetzung im 2. Gang 1 : 2
  Getriebe-Hinterrad: 1/2" x 3/16" Rollenkette
  Antriebskettenrad: 14 Zähne
  Kettenrad am Hinterrad: 34 Zähne
  Übersetzung: 1 : 2,488
  Gesamtübersetzung im 1. Gang 1 : 28,16
  Gesamtübersetzung im 2. Gang 1 : 16,07
  Tretkurbelübersetzung:
  zur Getriebehauptwelle 1 : 2,54
  zum Hinterrad 1 : 1,04
  zum Motor (1. Gang) 1 : 16,8
  Tretkurbellänge: 160 mm
  Ölmenge im Getriebe: etwa 0,5 Liter normales Motorensommeröl (kein Getriebeöl) 6 bis 8° E bei 50° C
Bereifung 26 x 2 verstärkt
Felgenprofil 26 x 2
Federung Vorderrad: Schwinghebel
  Hinterrad: Schwinge mit Gummischwingelement
  Sattel: Schwinge mit Gummielement, verstellbar
Eigengewicht etwa 45 kg (ohne Kraftstoff, Werkzeuge, Luftpumpe, Gepäckträger und Scheinwerfer)
Niedrigste Dauergeschwindigkeit 1. Gang 8 km/h
  2. Gang 15 km/h
Höchste Dauergeschwindigkeit 1. Gang 15 km/h
  2. Gang 40 km/h


2 Bedienungsanleitung

2.1 Bedienungsorgane


zum nächsten Punkt ; Index

Bild 1



2.2 Schieben bzw. radfahren bei stehendem Motor


zum nächsten Punkt ; Index

Schaltdrehgriff (1, Bild 3) am Lenker links bleibt in Leerlaufstellung; Marke am Griffstück zeigt auf 0. Kupplungshebel (2, Bild 3) wird nicht angezogen. Das Fahrzeug kann in diesem Zustand wie ein Fahrrad gefahren werden.

Der Luftdruck in den Reifen verändert sich und ist regelmäßig nachzuprüfen. Die Lebensdauer von Decke und Schlauch und auch die Fahrbequemlichkeit und Straßenlage, also die Sicherheit des Fahrers, sind davon abhängig. Der richtige Reifenluftdruck beträgt:

vorn 1,75 atü
hinten 1,90 atü


2.3 Tanken


zum nächsten Punkt ; Index

Öffnen des Kraftstoffbehälters durch Linksdrehung des Tankverschlusses (7, Bild 3). Wenn weiteres Drehen nicht mehr möglich ist, Tankverschluß nach oben abnehmen. Der Motor kann mit jedem handelsüblichen Kraftstoff betrieben werden, der sauber und wasserfrei sein muß. Niemals darf reiner Kraftstoff allein zugefüllt werden, sondern immer mit Öl gemischt im Verhältnis 25 : 1. Das gleiche Mischungsverhältnis gilt auch für das Einfahren. Auf 4 Liter Benzin 160 ccm Öl, auf 3 l also 120 ccm; auf 2 l demnach 80 ccm und auf 1 l 40 ccm. Vor dem Einfüllen in den Kraftstoffbehälter in einer peinlich sauberen Mischkanne gut mischen und durch ein Tuch filtern.

Der Kraftstoffhahn am tiefsten Punkt des Kraftstoffbehälters soll, außer im Betrieb, stets geschlossen gehalten werden.



Bild 2. Kraftstoffhahn

  1. Stellung: offen
  2. Stellung: geschlossen
  3. Stellung: Reserve



Hahn offen - Griff in Schlauchrichtung (Bild 2a)

Hahn zu - Griff nach rückwärts oben (Bild 2b)

Hahn auf Reserve - Griff nach vorwärts unten (Bild 2c)


br>

2.4 Inbetriebnahme des Mopeds


zum nächsten Punkt ; Index

  1. Tanken, siehe 2.3.
  2. Ölstand im Getriebe prüfen, siehe 3.6.
  3. Luftdruck prüfen, siehe 22.
  4. Alle Schrauben und Muttern, besonders die Achsmuttern, auf festen Sitz prüfen und gegebenenfalls fest anziehen.


2.4.1 Anfahren


zum nächsten Punkt ; Index

  1. Kraftstoffhahn öffnen.
  2. Zündung einschalten: Zündlichtschalter am Scheinwerfer in Mittelstellung (5, Bild 3).
  3. Starterklappe schließen (2, Bild 15).
  4. Bei kaltem Motor Tupfer am Vergaser 5 bis 6 Sekunden ruhig herunterdrücken (1, Bild 15).
  5. Gasdrehgriff 1/2 bis 3/4 öffnen.
  6. 1. oder 2. Gang einschalten. Hierzu Kupplungshebel (2, Bild 3 und 3, Bild 7) ziehen und Schaltdrehgriff (1, Bild 3 und 4, Bild 7) so drehen, daß die Marke (9, Bild 3 und 5, Bild 7) am Griffstück auf 1 oder 2 zeigt.
  7. Mit gezogener Kupplung anfahren.
  8. Kupplung langsam loslassen, dabei weitertreten bis der Motor anspringt.
  9. Mehr Gas geben, d. h. Gasdrehgriff (3, Bild 3) von vorn nach hinten drehen.
  10. Wenn der Motor nach etwa 10 m Fahrt nicht angesprungen ist, etwas mit dem Gasdrehgiff variieren. Bleibt der Motor wieder stehen, nochmals tupfen.
  11. Bei regelmäßigem Motorlauf Starterklappe öffnen.
    Im Winter muß Starterklappe etwas länger geschlossen bleiben als bei normaler Temperatur. Ist der Motor bereist gelaufen, also noch warm, so darf beim Starten der Tupfer nicht betätigt und die Starterklappe nicht geschlossen werden.


Bild 3. Draufsicht auf Scheinwerfer, Lenker mit Bedienungsorganen und Kraftstoffbehälter

  1. Schaltdrehgriff;
  2. Kupplungshebel;
  3. Gasdrehgriff;
  4. Handbremshebel;
  5. Zündlichtschalter;
  6. Abblendschalter;
  7. Tankverschluß;
  8. Sechskantschraube zur Lenkerverstellung;
  9. Marke am Griffstück;
  10. Überwurfmutter;
  11. Gegenmutter.



2.4.2 Schalten


zum nächsten Punkt ; Index

  1. Gas wegnehmen, d. h. Gasdrehgriff bis zum Anschlag nach vorn drehen.
  2. Auskuppeln: Kupplungshebel ganz anziehen.
  3. Schalten: Schaltdrehgriff mit Kupplungshebel bis zum Anschlag nach rückwärts hochdrehen. Marke am Griffstück zeigt jetzt auf 2.
  4. Einkuppeln: Kupplungshebel langsam loslassen, Gas geben. Mit Gasdrehgriff Geschwindigkeit regeln.


2.4.3 Zurückschalten


zum nächsten Punkt ; Index

Merkt man, daß die Fahrgeschwindigkeit, z. B. an einer Steigung, stark absinkt (unter 15 km/h) oder muß man in dichtem Verkehr langsam fahren, so schaltet man auf den 1. Gang zurück.

  1. Die Hälfte des Gases wegnehmen, also den Drehgriff nach vorn drehen.
  2. Auskuppeln - Kupplungshebel anziehen.
  3. Schalten - Schaltgriff mit Kupplungshebel bis zum Anschlag nach vorn schwenken. Marke am Griffstück zeigt auf 1.
  4. Langsam einkuppeln - Kupplungshebel mit Gefühl loslassen, gleichzeitig etwas Gas geben. Einkuppeln und Gasgeben sollen beim Zurückschalten gleichzeitig erfolgen, damit sich die Drehzahl der Getriebewellen einander anpassen können. Richtiges Zurückschalten ist Gefühlssache, das Sie nach wenigen Fahrten von selbst lernen. Die geschilderten Bewegungen müssen schnell hintereinander ausgeführt werden, damit die Geschwindigkeit des Mopeds während des Schaltvorgangs nicht zu stark abfällt.


2.4.4 Geschwindigkeit verringern


zum nächsten Punkt ; Index

  1. Gas wegnehmen.
  2. Bremsen. Durch Rückwärtstreten des Pedals wird die Hinterradbremse (wie beim Fahrrad) betätigt. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten, die auf einem Moped gegenüber dem Fahrrad möglich sind, immer auch die Handbremse (4, Bild 3, die auf das Vorderrad wirkt, mitbenutzen. Die Bremsnabe im Vorderrad hat sehr gute Bremswirkung. Nur auf sandigen, nassen oder schlüpfrigen Straßen und auch in Kurven die Vorderradbremse mit Vorsicht verwenden, damit das Vorderrad nicht seitlich wegrutscht. Auf langgestrecktem Gefälle abwechselnd Vorderrad- bzw. Hinterradbremse benutzen (Zweck: Abkühlung). Selbstverständlich ist, daß der Gasdrehgriff und nicht die Bremsen dazu da sind, die Geschwindigkeit zu regeln. Achten Sie darauf, daß bei normaler Beinhaltung die Hinterradbremse nicht schleift.
    Auch bei plötzlichen Hindernissen, bei denen man mit beiden Bremsen scharf bremsen muß, sollen die Räder nicht zum Blockieren kommen, weil die Bremswirkung eines blockierten Rades schlecht ist und zum Schleudern des Mopeds Anlaß gibt.


2.4.5 Anhalten


zum nächsten Punkt ; Index

  1. Gas wegnehmen.
  2. Auskuppeln.
  3. Bremsen.
  4. Auf Leerlauf schalten: Bei gezogenem Kupplungshebel Schaltdrehgriff so schwenken, daß Marke am Griffstück auf 0 zeigt. Der Kupplungshebel kann jetzt losgelassen werden. Auch bei stehendem Moped läuft der Motor ruhig im Leerlauf weiter. Längeres Laufen im Stand möglichst vermeiden, da sich der Motor sonst übermäßig erhitzt.


2.4.6 Wiederanfahren


zum nächsten Punkt ; Index

  1. Auskuppeln.
  2. Auf 1. Gang schalten. Marke am Schalthebel zeigt auf 1.
  3. Kupplungshebel langsam loslassen und dabei Gas geben, damit der Motor nicht stehen bleibt. Ein Moped kann selbst auf mäßigen Steigungen aus dem Stand ohne Mittreten angefahren werden.


2.4.7 Motor abstellen


zum nächsten Punkt ; Index

  1. Gas wegnehmen, auf Leerlauf schalten.
  2. Zündung ausschalten. Hierzu Lichtschalter im Scheinwerfer (5, Bild 3) so lange nach links drücken, bis der Motor stehen bleibt. Bei längerem Halt Kraftstoffhahn schließen.


2.4.8 Bergabfahren


zum nächsten Punkt ; Index

Auf längeren, sehr steilen Gefällen wirkt der ohne Gas mitlaufende motor als Bremse. Der Kraftstoffhahn darf dabei nicht abgestellt werden! Ist die Strecke übersichtlich und nicht zu steil, kann man das Getriebe auf Leerlauf schalten und fast geräuschlos bergab rollen. Die kräftigen Bremsen bringen das Moped auch aus hoher Geschwindigkeit zuverlässig schnell zum Stehen. Den Motor lassen Sie am besten im Leerlauf weiterlaufen. Damit das Wiedereinschalten des Ganges am Ende des Gefälles keine Schwierigkeiten macht, geben Sie beim Schalten gas, so daß sich die Drehzahlen von Motor und Getriebe einander anpassen können. Lassen Sie sich aber nicht dazu verleiten, das Gas voll aufzudrehen und bergab schneller fahren, als Sie dieselbe Steigung hinauffahren würden; denn Sie verringern dadurch die Lebensdauer des Motors.



2.5 Einfahren


zum nächsten Punkt ; Index

Etwa 500 km brauchen die neuen Teile des Motors zum Einlaufen. Fahren Sie in dieser ersten Zeit nicht mit Vollgas. Schalten Sie an Steigungen auf den kleineren Gang, wenn Sie merken, daß der Motor nicht mehr munter zieht. Sie brauchen keineswegs ängstlich zu sein, sondern können sofort bis zu einer Geschwindigkeit von 12 km/h im 1. Gang und 30 km/h im 2. Gang fahren.



2.6 Benzinsparendes Fahren


zum nächsten Punkt ; Index

Wenn die gewünschte Fahrgeschwindigkeit erreicht ist, Gasdrehgriff nicht in seiner Stellung stehen lassen, sondern vorsichtig und so lange zurückdrehen, bis der Motor das Fahrzeug gerade noch auf der erreichten Geschwindigkeit hält. Der Motor muß dabei noch gleichmäßig laufen. Dadurch Schonung des Motors und sparsamer Kraftstoffverbrauch.



2.7 Beleuchtung


zum nächsten Punkt ; Index

Der Zündlichtschalter am Scheinwerfer (5, bild 3) hat 3 Schaltstellungen:

  1. Rechts - Beleuchtung eingeschaltet, Zündung eingeschaltet (Fahrt bei Nacht)
  2. Mitte - Beleuchtung ausgeschaltet, Zündung eingeschaltet (Fahrt bei Tag)
  3. Links - Zündung unterbrochen (Motor abstellen).


Der Abblendschalter ist am Lenker links angebracht und wird mit dem Daumen bedient.

Die mit dem Rückstrahler kombinierte Schlußleuchte am Hinterradschutzblech wird gleichzeitig (entsprechend StVZO) mit dem Schalter der Beleuchtung betätigt. Bei Erneuerung der Glühlampen darauf achten, daß nur die vorgeschriebenen Glühlampen verwendet werden.



2.8 Sicherung gegen unbefugtes Benutzen


zum nächsten Punkt ; Index

Am Gepäckträger befindet sich in einer besonderen Aufnahme ein Sicherungsschloß. Es werden 2 Schlüssel mitgeliefert. Zur Sicherung des Fahrzeugs wird das Schloß mittels Schlüssel entriegelt, aus der Aufnahme gezogen und in die Sicherungsaufnahme am Rahmen eingeführt und verriegelt. Das Schloß verhindert durch sein Eintreten zwischen die Speichen des Hinterrads unbefugtes Benutzen.



Bild 4. Der Sattel

  1. Feststellschraube;
  2. Höhenverstellung;
  3. Schmierstelle



2.9 Schwingsattel (Bild 4)


zum nächsten Punkt ; Index

Angenehmes Fahren wird durch Abfederung des Vorder- und des Hinterrads erreicht und außerdem durch den Schwingsattel mit verstellbarem Gummielement. Er ist je nach Fahrergewicht und Größe einstellbar. Für leichte Fahrer kann das Gummielement nach vorn verstellt werden. Die Arretierung wird durch das Lösen der Feststellschraube (1, Bild 4) beseitigt. Entsprechend der Größe des Fahrers ist der Sattel in der Höhe verstellbar (2, Bild 4).

Es ist zu beachten, daß die Klemmschrauben gut festgezogen werden, um eine Veränderung der Sattelstellung während der Fahrt zu verhindern.



2.10 Kippständer



zum nächsten Punkt ; Index

Dieser ermöglicht das freie Abstellen des Mopeds.

Im Fahrbetrieb wird der Ständer in hochgeklappter Stellung durch eine Feder festgehalten.

Beim Belasten des Fahrzeugs Kippständer stets hochklappen, nicht auf Kippständer antreten!



2.11 Lenkerverstellung


zum nächsten Punkt ; Index

Der Lenker kann nach Lösen der Sechskantschraube und Überwurfmutter in gewissen Grenzen wie beim Fahrradlenker in der Höhe verstellt werden (8 und 10, Bild 3). Von Oberkante Überwurfmutter bis Oberkante Lenker soll eine Entfernung von 140 mm nicht überschritten werden.



3 Pflegeanleitung


zum nächsten Punkt ; Index

Wenn Sie sich an das vorher über das Fahren Gesagte halten, so haben Sie dem Motor schon viel Gutes getan; denn eine sachgemäße Behandlung erhöht seine Betriebsbereitschaft und seine Lebensdauer. Außerdem müssen Sie aber noch auf die regelmäßige Pflege Ihres Mopeds bedacht sein. Bei einiger handwerklichen Gewandtheit können Sie die meisten Pflegearbeiten selbst durchführen (siehe Pflegeschema). Andernfalls, und in den besonders bezeichneten Fällen ist es notwendig, die Hilfe einer Vertragswerkstatt in Anspruch zu nehmen (siehe Sonderdruck Kundendienstbeilage 'Wer hilft mir?').

Um das Aussehen ihres Mopeds zu erhalten, beachten Sie folgende Hinweise:

  1. Lockeren Staub mit Staubwedel - nicht mit Tuch - entfernen. Die Lackierung wird sonst durch feine Kratzer beschädigt.
  2. Beim Abspritzen den Wasserstrahl nicht direkt auf den Vergaser richten, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden.
  3. Nasse Lackflächen mit Fensterleder oder Viskoseschwamm trocknen.
  4. Nasse Chromflächen mit weichem Lappen trocknen und polieren.
  5. Nichtlackierte Triebwerksteile mit Waschbenzin reinigen.
  6. Lackteile von Zeit zu Zeit mit handelsüblichem Lackpflegemittel polieren.
  7. Der Unterstellraum muß unbedingt trocken sein.
  8. Im Freien möglichst an schattigem Platz abstellen.
  9. Beim Tanken keinen Kraftstoff auf die Lackfläche fließen lassen.
  10. Ist das Moped längere Zeit außer Gebrauch, alle blanken Teile mit säurefreier Vaseline leicht einfetten.


3.1 Pflegeschema


zum nächsten Punkt ; Index

nach je km Pflegearbeit Näheres unter:
einmalig Muttern des Zylinderkopfes, des Auspufftopfes und des Vergasers nach den ersten 250 km Fahrtstrecke, alle anderen Schrauben und Muttern nach den ersten 500 bis 1000 km nachziehen; nach 300 km Elektrodenabstand der Zündkerze prüfen (0,4 mm) 3.12
  Ölwechsel im Getriebe und Durchspülen desselben mit Waschöl nach den ersten 500 km. 3.6
  Das Gleiche wiederholt sich nach einer Zerlegung des Motors (in Fachwerkstatt) Rep.-anleitung
1000 2 Preßschmierstellen an Vordergabelschwinge; Schaltdrehgriff, Gasdrehgriff, Tachoantrieb, Sattel und Pedale abschmieren 3.2
  Kraftstoffilter im Kraftstoffhahn reinigen 3.4
  Kupplungsspiel prüfen und nachstellen 3.5
  Ölstand im Getriebe nachprüfen 3.6
  Bremsen prüfen und nachstellen 3.7
  Schaltung prüfen und einstellen (nach Bedarf) 3.8
  Kettenspannung prüfen, Kette reinigen und ölen 3.9
  Luftfilter reinigen 3.13
2000 Elektrodenabstand der Zündkerze prüfen 3.12
  Vergaser reinigen und einstellen 3.14
  Abstand der Unterbrecherkontakte und Zündeinstellung prüfen (erstmalig nach 1000 km)
(Nach Möglichkeit diese Arbeiten in Vertragswerkstatt ausführen lassen)
3.15
5000 ... 8000 Hinterrad-Schwinglager schmieren 3.2
  Ölwechsel im Getriebe und Durchspülen mit Waschöl 3.6
  Seilzüge und Tachoantriebswelle ölen und nachstellen 3.10
  Nachstellen und Schmieren der Lenkungs- und Radlager 3.10
  Auspuffanlage reinigen 3.11
  Zylinderkopf und Kolbenboden reinigen Rep.-anleitung
  (Nach Möglichkeit diese Arbeiten in Vertragswerkstatt durchführen lassen) &bnsp;


3.2 Schmierplan


zum nächsten Punkt ; Index

Das Abschmieren der Preßschmierstellen muß mit Öl (Tankstelle, Werkstatt) erfolgen.



Bild 5. Schmierplan

  1. Schaltdrehgriff;
  2. Gasdrehgriff;
  3. Sattelschmierung;
  4. Hinterradschwinglager;
  5. Ölablaßschraube;
  6. Pedale;
  7. Öleinfüllschraube;
  8. 2 Preßschmierstellen Vorderradschwinge;
  9. Tachoantrieb.

(Das Abschmieren der Preßschmierstellen muß mit Öl (Tankstelle, Werkstatt) erfolgen.)



3.3 Seilzüge und Tachoantriebswelle ölen


zum nächsten Punkt ; Index

Die Seilzüge zum Vergaser, zur Kupplung, zum Schalthebel und zur Bremse sowie die Tachoantriebswelle müssen von Zeit zu Zeit geölt werden, damit sich die Seile und die Biegsame Welle leicht in ihren Hüllen bewegen.

Dünnflüssiges Öl, z.B. mit Benzin verdünntes Motorenöl, läßt man mittels einer Spritzkanne in den Spalt zwischen Seil bzw. Tachowelle und Hülle einfließen, bis es am unteren Hüllenende austritt. Zu diesem Zweck müssen die Seile an den Handgriffen ausgehängt, bzw. die Tachowelle vom Tacho gelöst werden. Es ist bei der Montage auf richtige Einstellung der Seilzüge zu achten. (Siehe unter 3.5, 3.6 und 3.8).



3.4 Kraftstoffilter im Kraftstoffhahn reinigen


zum nächsten Punkt ; Index

Verunreinigungen und Wassertropfen, die im Kraftstoff enthalten sind, setzen sich im Filter des Kraftstoffhahns (Bild 6) ab. Reinigen des öfteren erforderlich.

Arbeitsvorgang:
Kraftstoffhahn schließen.
Kraftstoffleitung abziehen.
Filterbecher abschrauben.
Filter mittels Schraubenzieher herausschrauben und in Waschbenzin ausspülen.
In umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen.



3.5 Kupplungsspiel prüfen und nachstellen


zum nächsten Punkt ; Index

Die Kupplung muß vollständig ein- und auskuppeln, darf also nicht rutschen, weil dadurch die Kupplungslamellen verbrennen können. Bei richtiger Einstellung muß der Handkupplungshebel in eingekuppeltem Zustand etwa 1 cm toten Gang (Spiel) am Hebelende aufweisen, bzw. der, von vorn gesehen, aus dem Motorgehäuse rechts herausgeführte Bowdenzug muß ein Spiel von 2 bis 4 mm aufweisen. Bei zu großem Spiel löst die Kupplung nicht voll aus, wenn das Spiel fehlt, neigt sie zum Rutschen (Bilder 7 und 8).



Bild 6.

  1. Kraftstoffhahn;
  2. Kraftstoffilter;
  3. Filterbecher;
  4. Kraftstoffleitung.

Bild 7.

  1. Gegenmutter der Stellschraube für Kupplung;
  2. Stellschraube für Kupplung;
  3. Kupplungshebel;
  4. Schaltdrehgriff;
  5. Marke am Griffstück;
  6. Stellmutter für Schaltung;
  7. Stellschraube für Schaltung.

Bild 8.

  1. Öleinfüllöffnung;
  2. Ölablaßschraube;
  3. Ölablaßschraube.



Arbeitsvorgang:
Gegenmutter der Stellschraube am Kupplungshebel (Bild 7) lockern.
Stellschraube so weit herausdrehen, bis das notwendige Spiel erreicht ist.
Stellschraube festhalten.
Gegenmutter wieder anziehen.

Ist es nicht mehr möglich, durch die Stellschraube allein richtige Kupplungsfunktion zu erhalten, dann öffnet man den runden Deckel an der linken Seite des Gehäuses (Bild 8). Die innere Kupplungsstellschraube mit Gegenmutter wird zugänglich. Gegenmutter lösen und innere Stellschraube verstellen; linksdrehen ergibt Vergrößerung, rechtsdrehen Verkleinerung des Kupplungsspiels.



3.6 Ölstand im Getriebe nachprüfen und wechseln (Bild 8)


zum nächsten Punkt ; Index

Den runden Deckel an der linken Seite des Motorgehäuses abnehmen. Bei richtigem Ölstand soll bei auf den Rädern stehendem Moped das Getriebeöl bis zur Unterkante der Öffnung stehen. Nachfüllung erfolgt durch die Einfüllöffnung (1, Bild 8) an der Gehäuseoberseite.

Beim Ölwechsel die zwei Ölablaßschrauben an der Gehäuseunterseite (2 und 3, Bild 8) entfernen, so daß die Ölfüllung abfließt. Nach dem Wiedereinschrauben beider Ablaßschrauben ist durch die obere Einfüllöffnung etwa 1/2 Liter Spülöl einzufüllen. Dann sol der Motor im Leerlauf im Stand etwa 2 Minuten laufen. Danach sind beide Ablaßschrauben wieder zu lösen und das mit dem Getriebeölresten vermischte Spülöl abzulassen. Nach dem Wiedereinschrauben der Ablaßschrauben ist Motoren-Sommeröl einzufüllen, bis der Ölstand die Unterkante der Öffnung für den runden Verschlußdeckel im Kupplungsdeckel erreicht. Danach Verschlußdeckel schließen, und Ablaßschrauben gut festziehen.



3.7 Bremsen prüfen und nachstellen


zum nächsten Punkt ; Index

Vorderradbremse:

Die Notwendigkeit einer Bremsnachstellung ist äußerlich an dem immer größer werdenden Spiel (toter Gang) am Handbremshebel zu erkennen. Normal sollen am Handbremshebelende 1 bis 2 cm Spiel vorhanden sein. Die Nachstellung muß also stets so erfolgen, daß die Bremsbacken nach Erreichen dieses Maßes fühlbar angreifen.

Arbeitsgang (Bild 9):
Gegenmutter an der Stellschraube lockern.
Stellschraube so weit herausdrehen, bis 1 bis 2 cm Spiel am Handbremshebel erreicht sind.



Bild 9. Rechte Lenkerseite mit Gasdrehgriff und Handbremshebel.

  1. Gegenmutter der Stellschraube für Handbremse;
  2. Stellschraube für Handbremse;
  3. Handbremshebel;
  4. Gasdrehgriff.



Stellschraube festhalten.
Gegenmutter wieder anziehen.

Hinterradbremse:

Eine Nachstellung des Bremsgestänges an der Hinterradnabe ist erforderlich, wenn der Bremshebel zu weit nach vorn gezogen werden muß, ehe die Bremsbacken fühlbar angreifen. Dies kann eintreten, wenn die Kette nachgespannt wurde oder der Bremsbelag abgenutzt ist.

Arbeitsvorgang (Bild 11):
Bremsnockenhebel nach vorn drücken.
Einstellstück zurückdrehen bis richtige Stellung des Bremsnockenhebels erreicht ist.
Bremsnockenhebel loslassen und darauf achten, daß das Einstellstück in Aussparung trifft.



3.8 Schaltung prüfen und einstellen


zum nächsten Punkt ; Index

Damit der Kupplungshebel am Schaltdrehgriff richtig einrastet und dabei die Gänge ordnungsgemäß geschaltet werden, muß der Seilzug vom Schaltdrehgriff zum Getriebe vorschriftsmäßig eingestellt sein.

Arbeitsvorgang (Bild 7):
Kupplungshebel ziehen.
2. Gang einschalten (Marke am Griffstück steht auf 2).
Stellmutter lösen.
Stellschraube so lange drehen, bis die Seilhülle etwa 1 mm Spiel hat.
Stellmutter festziehen.
Kupplungshebel ziehen.
1. Gang einschalten (Marke am Griffstück steht auf 1).
1. Gang muß jetzt einwandfrei eingerastet sein.
Ist dies nicht der Fall, dann muß das Spiel der Seilzughülle im 2. Gang etwas verändert werden.



3.9 Kettenspannung prüfen, Kette reinigen und ölen


zum nächsten Punkt ; Index

Die Lebensdauer der Kette wird durch Einwirkung von Staub und Schmutz beeinträchtigt. Durchhang in der Mitte etwa 10 bis 12 mm.

Arbeitsvorgang (Bild 11):
Zum Spannen dient der verstellbare Kettenspanner.
Achsmutter lösen.
Mutter am Kettenspanner rechts und links gleichmäßig nach rechts drehen, bis die Kettenspannung erreicht ist.
Achsmutter gut festziehen.

Darauf achten, daß das Rad in der Mitte der Gabel steht.

Das Ölen der Kette erfolgt mit der Ölkanne (Getriebeöl). Das Hinterrad wird gedreht und man läßt Öl auf die Kette tropfen.

Zum gründlichen Reinigen und Ölen Kettenschutz abnehmen (Bilder 11 und 12). Kettenschloß lösen und Kette abnehmen. Kette etwa 1 Stunde in Benzin- oder Petroleumbad einlegen, abbürsten, spülen und abreiben. Kettenglieder einzeln im Bad abknicken, um Schmutz aus den Gelenken herauszubringen. In erwärmtes, dickflüssiges Motorenöl oder besser Spezialkettenfett tauchen, abtropfen lassen und leicht abreiben.

Einbau in umgekehrter Reihenfolge.



Bild 10 und 10a. Vorderradlagerung und -bremse.

  1. Halteschraube für Tachoantriebswelle;
  2. Achsmutter;
  3. Scheibe;
  4. Bremszug;
  5. Öse;
  6. Schmierstellen.



3.10 Nachstellen der Lenkungs- und Radlager


zum nächsten Punkt ; Index

Die Lenkungs- und Radlager sind mit nachstellbaren Kugellagern ausgestattet. Sie sind sorgfältig abgedichtet, so daß weder Schmiermittel verloren gehen kann, noch Schmutz oder Nässe von außen eindringen können. Eine lange Lebensdauer ist dadurch gewährleistet. Nur bei einer Generalüberholung des Fahrzeugs werden Räder und Lenkung ausgebaut und zerlegt. Alle Teile werden in Benzin saubergewaschen und mit neuem Heißlagerfett, gegebenenfalls auch mit neuen Dichtungen, wieder montiert.

Die Naben sind richtig eingestellt, wenn bei ausgebautem Rad ein eben noch fühlbares seitliches Spiel der Achse



Bild 11. Hinterradlagerung und -bremse.

  1. Bremsnockenhebel;
  2. Einstellstück am Bremsgestänge;
  3. Achsmutter;
  4. Mutter am Kettenspanner;
  5. Kettenschutzbefestigung;
  6. Befestigung des Bremshebels;
  7. Kettenschloß;
  8. Verschlußfeder.
  9. Rändelmutter.

Bild 12. Befestigung des Kettenschutzes.

  1. Klemmschraube.



wahrzunehmen ist. Bei eingebautem Rad und fest angezogenen Achsmuttern muß dieses Seitenspiel verschwunden sein, die Felge muß aber seitlich immer noch eben fühlbares Spiel haben. Verschwindet dies Spiel beim Anziehen der Achsmuttern vollständig, so ist zu prüfen, ob die Gabelenden noch plan und parallel sind.



3.10.1 Nachstellen der Lenkungslager


zum nächsten Punkt ; Index

Sollte sich nach längerem Betrieb ein zu großes Spiel am Lenkungslager bemerkbar machen, so ist Nachstellung erforderlich.

Arbeitsvorgang (Bild 3):
Überwurf- und Gegenmutter über dem Scheinwerferhalter lösen.
Scheinwerferhalter hochheben, so daß mit der darunter befindlichen Rändelmutter das Lagerspiel eingestellt werden kann.

Es ist darauf zu achten, daß die Gabel sich noch leicht dreht, wobei zu berücksichtigen ist, daß sich beim Anziehen der Gegenmutter das Lagerspiel wieder etwas verringert. Überwurfmutter wieder festziehen. Leichten Gang der Lenkung prüfen. Evtl. nach nochmaliger Lösung der Gegenmutter nachregulieren.



3.10.2 Vorderradausbau und Einstellung des Lagers


zum nächsten Punkt ; Index

Arbeitsvorgang (Bilder 10 und 10a):
Bremszug an Stellschraube und Stellmutter so weit entspannen, bis sich Seil aus der Öse aushängen läßt. Tachoantriebswelle von Tachoantrieb lösen (Halteschraube ganz herausdrehen, biegsame Welle aus Antriebsgehäuse ziehen).
Achsmuttern so weit herausschrauben, daß das Rad nach unten aus den Schwinghebeln gezogen werden kann, (darauf achten, daß die zwei Scheiben aus den Einsenkungen heraustreten).
Wiedereinbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Zum Einstellen des eben merkbaren Spiels der Lagerung der Nabe wird das Tachoantriebsgehäuse abgenommen, flache Sicherungsmutter gelöst,
Stellkonus dahinter verstellt,
flache Sicherungsmutter wieder angezogen.

Es ist zu berücksichtigen, daß sich das Lagerspiel etwas verringert, wenn die Sicherungs- und Achsmuttern wieder fest angezogen werden. Also vor Wiederzusammenbau erst prüfen.



3.10.3 Hinterradausbau und Einstellen des Lagers


zum nächsten Punkt ; Index

Arbeitsvorgang (Bild 11):
Rändelmutter abschrauben.
Mutter am Bremsgestänge herausdrehen.
Befestigung des Bremshebels entfernen.
Achsmuttern und Kettenspanner so weit lösen, bis das Rad so weit nach vorn geschoben werden kann, daß sich die Kette vom hinteren Kettenkranz abheben läßt.
(Kettenschloß muß evtl. geöffnet werden).
Rad nach hinten aus dem Rahmen herausnehmen.
Beim Wiedereinsetzen, das in umgekehrter Reihenfolge vor sich geht, ist darauf zu achten, daß das Steckglied der Kette von innen nach außen in die Kette gesteckt wird und daß die Verschlußfeder mit dem geschlossenen Ende in Laufrichtung der Kette zeigt.
Um das Lagerspiel verändern zu können, ist der Ausbau des Rades nicht erforderlich.
Man löst die Achsmutter auf der linken Seite der Nabe, lockert die flache Sicherungsmutter und verstellt den Stellkonus.
Flache Sicherungs- und Achsmutter werden wieder angezogen.
Hierbei ist ebenfalls darauf zu achten, daß sich das Spiel etwas verringert, wenn Sicherungs- und Achsmutter fest angezogen werden. Daher vor Wiederinbetriebnahme erst prüfen und evtl. nachregulieren.



3.10.4 Das Spuren der Räder


zum nächsten Punkt ; Index

Das Spuren der Räder kann mit Hilfe einer geraden Latte oder Schnur erfolgen.

Zuerst ist das Vorderrad genau gerade zu stellen, dann wird an eine Seite der laufdecke die Latte oder Schnur angelegt, welche natürlich bis über den Hinterradreifen reichen muß. Das Hinterrad ist so einzurichten, daß beide Reifenkanten genau so an der Latte oder Richtschnur anliegen, wie die des Vorderrads.

Am besten von 2 Mann auszuführen.



3.11 Auspuffanlage reinigen


zum nächsten Punkt ; Index

Leistung und Verbrauch eines Zweitaktmotors hängen in hohem Maße vom Staudruck in der Auspuffanlage ab. Wenn die Motorleistung nachläßt, ist eine Reinigung der Auspuffanlage unbedingt erforderlich.



Bild 13. Der Schalldämpfer.

  1. Auspuffrohr;
  2. Schalldämpfereinsatz;
  3. Mutter;
  4. Klemmschelle mit Befestigungsteilen.



Arbeitsvorgang:

Reinigung des Auspuffschlitzes:
Mutter (4, Bild 8) lösen, Auspuffrohr abnehmen,
Kolben in den unteren Totpunkt stellen,
Schlitz von außen reinigen.
Es zu beachten, daß auf den Kolben gefallene Ölkohle herausgeblasen wird.

Reinigung des Auspuffrohrs:
Mit in einer Werkstatt vorhanden Bürste reinigen.

Reinigung des Schalldämpfereinsatzes (Bild 13):
Abschrauben der Mutter hinten am Schalldämpfer,
Schalldämpfer auseinandernehmen,
Einsatz im Schmiedefeuer oder mit dem Schweißbrenner auf Rotglut erhitzen, dadurch brennt Ölkohle ab.
Schalldämpfer wieder zusammenbauen.
Es ist darauf zu achten, daß die Öffnungen nicht verändert werden, da die Leistung des Motors dadurch beeinträchtigt und der Verbrauch erhöht wird und sich außerdem der Auspufflärm vergrößert.



3.12 Elektrodenabstand der Zündkerze prüfen


zum nächsten Punkt ; Index

Als Folge hoher Beanspruchung zeigt die Kerze nach einer gewissen Betriebszeit Alterserscheinungen, die sich als Elektrodenabbrand, Verbrennungsrückstände am Isolator usw. bemerkbar machen. Das Betriebsverhalten des Motors, vor allem sein Anspringen wird dann ungünstig beeinflußt. Die Kerze muß von Zeit zu Zeit überprüft, gereinigt und der Elektrodenabstand nachgestellt werden.

Arbeitsvorgang (Bild 14):
Zündkabelstecker von der Kerze abziehen,
Kerze herausschrauben, in Benzin gründlich reinigen und Elektrodenabstand von 0,4 mm mit der Fühllehre prüfen.
Zu großer Abstand wird durch Nachbiegen der seitlichen Elektrode korregiert. Kerze beim Wiedereinbau vorsichtig fest anziehen und Kabelstecker aufsetzen. Dichtring nicht vergessen!



Bild 14. Prüfen der Zündkerze.

  1. Zündkabel
  2. Zündkerze.



Zum Überprüfen schraubt man die Kerze nach scharfer Fahrt aus dem noch warmen Motor heraus und betrachtet das Kerzeninnere (Kerzengesicht). Die richtige Kerze zeigt bei richtig eingestelltem Vergaser einen bräunlichen Isolatorkörper, dunkelgraues Kerzengehäuse und trockenen schwarzen Rußbelag auf der Stirnfläche des Kerzengehäuses. Ist die Kerze zu kalt geblieben (Wärmewert zu hoch), so ist das Kerzeninnere verrußt und verölt. Dies ist jedoch auch bei richtig gewählter Kerze möglich, wenn zu kleiner Elektrodenabstand, zu fett eingestellter Leerlauf oder andere Ursachen für hohe Rückstandsbildung sorgen. Eine überhitzte Kerze zeigt einen weißgebrannten Isolierkörper und weißgebrannte Elektrodenspitzen, manchmal auch kleine Schmelzperlen (Wärmewert zu niedrig). Dieses Kerzengesicht kann bei richtigem Wärmewert auch als Folge falscher Luft oder zu armen Gemisches auftreten.

Eine behelfsmäßige Kontrolle der Kerze auf Funktion kann in der in Bild 14 dargestellten Weise erfolgen. Bei herausgeschraubter Kerze wird das Zündkabel aufgesteckt, der Kerzenkörper an den Motor angelegt und mit dem Pedal der Motor durchgedreht (Moped auf Kippständer gestellt).

Zwischen den Elektroden muß ein kräftiger Zündfunke überspringen. Springt kein Funke über, so ist der Kontaktabstand am Unterbrecher zu prüfen. (Siehe 3.15).

Bleibt der Motor bei nach links geschaltetem Zündlichtschalter nicht stehen, so hat er Glühzündungen. Dann darf auf keinen Fall das Zündkabel von der Kerze abgenommen werden, da dies zur sofortigen Zerstörung der Zündspule führen kann, sondern der Motor ist durch erhöhte Brennstoffzufuhr (Vollgas geben) zum Stehen zu bringen (Zündlichtschalter dabei auf Schaltstellung links stehen lassen).



3.13 Luftfilter reinigen


zum nächsten Punkt ; Index

Ein sauberes Luftfilter wirkt sich nicht nur günstig auf die Leistungsfähigkeit und den geringen Kraftstoffverbrauch aus, sondern es erhöht auch die Lebensdauer des Motors.

Arbeitsvorgang (Bild 15):
Lösen der Klemmschraube.
Luftfilter vom Vergasergehäuse abziehen.
Luftfilter mit Waschbenzin ausspülen, trocknen lassen, in dünnes Motorenöl tauchen und Metallwollefüllung vollsaugen lassen.
Luftfilter kräftig ausschleudern und wieder einsetzen.
Darauf achten, daß die Klemmschraube gut angezogen ist

In sand- und staubreicher Gegend ist das Luftfilter häufiger zu reinigen. Ohne Luftfilter darf der Motor nie in Betrieb genommen werden.



3.14 Vergaser


zum nächsten Punkt ; Index

Die Stellung des Drosselschiebers im Vergaser wird durch den Gasdrehgriff an der rechten Lenkerseite reguliert. Durch Drehen von vorn nach hinten wird mehr Gas gegeben. Am Drehgriff ist eine geschlitzte Stellschraube angebracht; mit ihr kann die Leichtgängigkeit des Drehgriffes den Wünschen des Fahrers angepaßt werden. Rechtsdrehen ergibt schwereren, Linksdrehen leichteren Gang des Griffes.



3.14.1 Nachstellen des Gasbowdenzugs


zum nächsten Punkt ; Index

Die Notwendigkeit einer Nachstellung des Gasbowdenzugs ist äußerlich an den immer größer werdenden Spiel am Gasdrehgriff zu erkennen. Das Spiel soll etwa 2 mm an der Bowdenzughülle betragen. Die Nachstellung erfolgt an der Stellschraube am Bowdenzug.

Arbeitsvorgang (Bild 9):
Gegenmutter an der Stellschraube lockern.
Stellschraube so weit herausdrehen, bis 2 mm Spiel erreicht ist.
Stellschraube festhalten.
Gegenmutter wieder anziehen.



Bild 15. Vergaser und Luftfilter.

  1. Tupfer;
  2. Starterklappe;
  3. Gasschieberanschlagschraube;
  4. Feder;
  5. Luftfilter;
  6. Klemmschraube.



3.14.2 Einstellen der Leerlaufdrehzahl (Bild 15)


zum nächsten Punkt ; Index

Mit der Gasschieberanschlagschraube (3), die durch eine Feder (4) gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert ist, kann der Leerlauf eingestellt werden. Beim Hineinschrauben der Anschlagschraube erhöht sich, beim Herausschrauben verringert sich die Leerlaufdrehzahl.



3.14.3 Vergasereinstellung


zum nächsten Punkt ; Index

Die Vergasereinstellung wurde durch ausgedehnte Versuche festgelegt, und es ist zu empfehlen, keine Veränderungen an dieser Einstellung vorzunehmen.

Sollte infolge besonderer klimatischer oder betrieblicher Bedingungen eine Veränderung der Einstellung erforderlich sein, so kann diese für den Teillastbereich durch Höher- oder Tieferhängen der Düsennadel im Nadelhalter sowie für die Spitzenleistung durch Änderung der Hauptdüse vorgenommen werden. Ein Höherhängen der Düsennadel im Nadelhalter bedeutet ein fetteres Gemisch und höheren Kraftstoffverbrauch. Tieferhängen dagegen ein mageres Gemisch, also geringeren Kraftstoffverbrauch, aber auch eine größere Erhitzung des Motors.



Bild 16. Vergaser, zerlegt.

  1. Düsenhalteschraube;
  2. Schiebergehäusedeckel;
  3. Kolbenschieber;
  4. Düsennadel;
  5. Schwimmergehäuse;
  6. Verschlußschraube;
  7. Befestigungsschraube;
  8. Arretierstift;
  9. Mischkammer;
  10. Nadeldüse;
  11. Düsennadelhalter;
  12. Schließfeder;
  13. Starterklappe.



3.14.4 Reinigen des Vergasers (Bild 16)


zum nächsten Punkt ; Index

Um den Vergaser stets einsatzbereit zu halten, ist es zu empfehlen, diesen von Zeit zu Zeit gründlich zu reinigen. Die Reinigung der Hauptdüse kann erfolgen, ohne daß der Vergaser demontiert wird. Zu diesem Zweck wird die Düsenhalteschraube (1) mit dem Sechskantschlüssel von 11 mm Schlüsselweite herausgeschraubt.

Düsen dürfen nur durch Ausblasen oder mit einer Bürstenborste und niemals mit festen Gegenständen (Nadeln, Draht usw.) gesäubert werden.

Soll der gesamte Vergaser gereinigt werden, wird zunächst der Schiebergehäusedeckel (2) gelöst und mit diesem der Kolbenschieber (3) mit Düsennadel (4) aus dem Vergasergehäuse gezogen. Danach werden die Befestigungsmuttern am Flansch gelöst, und der Vergaser kann vom Motor abgenommen werden.

Zur Reinigung des Schwimmergehäuses (5) wird zunächst die Verschlußschraube (6) entfernt. Danach wird die Befestigungsschraube (7) herausgeschraubt und das Schwimmergehäuse kann vom Vergaser abgenommen werden.

Um den richtigen Anbau des Schwimmergehäuses zu gewährleisten, ist im Schwimmergehäuse ein Arretierstift (8) eingesetzt, der in eine Aussparung in der Mischkammer eingreift. Außerdem ist bei der Montage des Schwimmergehäuses darauf zu achten, daß der Schwimmer mit seinem Hebel in der Schwimmeraufhängung eingehängt ist.

Bei auftretenden Schwierigkeiten steht der Kundendienst des VEB Berliner Vergaser-Fabrik jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Wir empfehlen, diese Reinigung in unseren Vertragswerkstätten (siehe Kundendienstbeilage) durchführen zu lassen.



3.15 Abstand der Unterbrecherkontakte und Zündeinstellung prüfen

Wir schlagen Ihnen vor, diese Arbeiten in einer Vertragswerkstatt ausführen zu lassen.

Sollten Sie jedoch diese Arbeiten selbst ausführen, finden Sie in der gesondert herausgegebenen Reparaturanleitung genaue Hinweise über die Durchführung dieser Arbeiten.



4 Motorstörungen und ihre Behebung

4.1 Der Motor springt nicht an


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Kraftstoffhahn zu Hahn öffnen
Kein Kraftstoff im Tank Kraftstoff einfüllen
Luftloch im Tankverschluß verstopft Tankverschluß reinigen.
Tankentlüftung kontrollieren
Düse im Vergaser verstopft Düse ausblasen oder mit einer Borste reinigen
Kraftstoffleitung verstopft Leitung, Sieb am Hahn und Tank reinigen
Vergaser verschmutzt oder Wasser im Vergaser Vergaser reinigen
Zündkabel beschädigt oder lose Kabel erneuern bzw. befestigen
Zündkerze verrußt oder beschädigt Kerze reinigen, auf richtigen Elektrodenabstand (0,4 mm) prüfen evtl. erneuern
Evtl. bekommt der Motor zu viel Kraftstoff (ersäuft) Vergasereinstellung prüfen, Schwimmer auf Dichtheit kontrollieren
Unterbrecherkontakte verölt oder verbrannt Kontakte reinigen, mit Kontaktfeile (Spezialfeile!) glätten. Kontaktabstand (0,4 mm) prüfen und evtl. nachstellen


4.2 Der Motor arbeitet unregelmäßig oder bleibt des öfteren stehen


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Kraftstoff verbraucht Kraftstoff nachfüllen
Kraftstoffleitung verschmutzt Leitung, Hahn, Sieb und evtl. Tank reinigen
Vergaser oder Düse verschmutzt Vergaser und Düse reinigen (kein Draht verwenden, da sonst Düse beschädigt wird)
Motor bekommt zu wenig Kraftstoff Düsennadel eine Kerbe höher setzen. Düse zu klein, größere Düse nehmen
Zündkerze sitzt lose Zündkerze festschrauben (Kerzenring nicht vergessen)
Zündkerze verrußt Zündkerze reinigen oder auswechseln
Zündkerzen-Isolator defekt Zündkerze auswechseln. Richtigen Elektrodenabstand (0,4 mm) beachten
Zündkabel beschädigt oder lose Zündkabel erneuern bzw. befestigen
Unterbrecherkontakte verölt oder verschmiert Kontakte reinigen, mit Spezial-Kontaktfeile glätten evtl. nachstellen


4.3 Der Motor arbeitet im 4-Takt (läßt Zündungen aus)


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Kraftstoffzufuhr zu reichlich Düsennadel im Vergaser eine Kerbe tiefer setzen
Kraftstoffdüse zu groß Kleinere Düse einsetzen
Schwimmer defekt Schwimmer erneuern
Schwimmer-Ventil oder Nadel ausgeschlagen Schwimmer-Gehäusedeckel und -Nadel erneuern
Zündkerze verölt, verrußt Kerze reinigen oder erneuern.
Evtl. Kerze mit niedrigerem Wärmewert einsetzen.
Richtigen Elektrodenabstand (0,4 mm) beachten
Ölrückstände im Schaldämpfer oder Auspuffrohr Schalldämpfer und Rohr gut reinigen
Unterbrecher-Kontakte verschlissen oder verschmort Kontakte erneuern, Abstand genau einstellen (0,4 mm).
Siehe auch Montageanleitung 'Elektrik', Zündeinstellung (2,5 mm vor O.T.) beachten
Schwimmer-Nadel im Vergaser klemmt Schwimmer ausbauen, Vergasergehäuse reinigen, Nadel gangbar machen.
Starterklappe am Vergaser nach auf 'zu' bzw. nicht ganz offen Starterklappe ganz öffnen
Luftfilter verschmutzt Filter in Benzin reinigen, ausschwenken und mit Öl benetzen
Kraftstoffmischung nicht einwandfrei Das unter 'Tanken' Gesagte und Einfahrhinweise beachten


4.4 Der Motor zieht nicht oder läßt in der Leistung nach


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Motor noch nicht eingelaufen Motor vorsichtig einfahren
Luftfilter verschmutzt Filter in Benzin reinigen, ausschwenken und mit Öl benetzen
Kraftstoffleitung verstopft Leitung, Sieb am Hahn und Tank reinigen
Vergaser verschmutzt Vergaser abbauen und reinigen
Kraftstoffmangel, falsche Vergasereinstellung Größere Düse einsetzen,
Düsennadel höher setzen.
Montageanweisung 'Vergaser' beachten
Starterklappe steht auf 'zu' oder ist teilweise geöffnet Starterklappe ganz öffnen
Zündstörungen (Unterbrecher, Kondensator, Zündspule usw.) Unterbrecherhebel und Gegenkontakt erneuern, kompletten Apparat in einer IKA-Vertragswerkstatt überprüfen lassen
Nebenluft am Zylinderkopf, Zylinderflansch, Vergaserstutzen durch beschädigte Dichtungen oder gelockerte Schrauben Dichtungen erneuern,. Schrauben bzw. Muttern anziehen
Auspuffkanal-Öffnung am Zylinder mit Ölkohle zugesetzt Auspuffrohr abnehmen,
Kolben so stellen, daß der Auspuffkanal nach innen abgeschlossen ist. Dann Ölkohle mit einem hierzu geeigneten Gegenstand entfernen
Kolben nicht beschädigen!
Auspuffrohr oder Schalldämpfer verstopft Auspuffanlage reinigen
Kupplung rutscht Kupplung nachstellen (siehe auch Text unter 3.5)
Motor zu heiß und Kolben klemmt Motor kalt werden lassen.
Kraftstoffzufuhr reichlicher stellen. Evtl. größere Düse. Kraftstoffgemisch etwas ölreicher wählen, evtl. festgebrannte Kolbenringe vorsichtig lösen oder erneuern


4.5 Zu hoher Kraftstoffverbrauch


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Defekte Kraftstoffleitung, lose Anschlüsse, undichter Kraftstofftank Leitung, Anschlüsse und Tank in Ordnung bringen
Undichter Vergaser Vergaser reinigen und prüfen
defekte Teile (Schwimmer, Schwimmernadel) erneuern
Kraftstoffdüse zu groß Kleinere Düse einsetzen
Vergaser-Einstellung falsch Normale Einstellung, Einreguliervorschrift für Vergaser beachten
Zündkerze mit zu niedrigem Wärmewert Zündkerze mit nächsthöherem Wärmewert nehmen
Auspuffanlage verstopft Auspuffanlage von sämtlichen Ölkohlerückständen reinigen
Defekte Dichtungen am Zylinderkopf, Zylinderflansch oder Vergaserstutzen Dichtungen erneuern


4.6 Der Motor knallt oder patscht in den Vergaser


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Motor hat zu viel Spätzündung Zündung in einer Fachwerkstatt einstellen lassen
Zündkerzenelektroden sich leicht überbrückt Kerze reinigen
Richtigen Elektrodenabstand (0,4 mm) beachten
Zündkerze mit zu niedrigem Wärmewert Vorgeschriebene Zündkerze einsetzen
Kraftstoffmangel Vergaser lauf Vorschrift richtig einstellen. Evtl. größere Düse einsetzen


4.7 Der Motor wird zu heiß


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Zu ölarmes Kraftstoffgemisch oder ungeeignetes Öl in der Mischung Das unter 'Tanken' Gesagte beachten
Kraftstoffdüse verschmutzt Düse reinigen
Zuviel Spätzündung Zündung in einer Fachwerkstatt nachstellen lassen
Zu schnelles Fahren im ersten Gang Rechtzeitig schalten
Auspuffanlage verstopft Auspuffanlage reinigen
Zylinder und Zylinderkopf, besonders Kühlrippen verschmutzt Zylinder und Motor reinigen


4.8 Der Motor übertourt sich (dreht durch)


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Kupplung rutscht Kupplung nachstellen. Lamellen evtl. erneuern. (Das unter 3.5 Gesagte beachten)


4.9 Geräusche


zum nächsten Punkt ; Index

Ursache: Behebung:
Motor klingelt (Klingeln: helles hämmerndes Geräusch im Motor) Ungenügende Klopffestigkeit des Kraftstoffes
Kraftstoffwechsel vornehmen
Ölkohlerückstände am Kolbenboden und im Zylinderkopf entfernen
Klickendes Geräusch Kolbenringe festgebrannt
Kolbenringe gangbar machen oder erneuern
Kettengeräusche Kette schlägt an Kettenschutz
Kette nachspannen


5 Werkzeuge


Index

Im Werkzeugkasten sind die für die Unterhaltung und Pflege erforderlichen Werkzeuge untergebracht.



Bild 17.

  1. Schraubenschlüssel;
  2. Schraubenschlüssel;
  3. Steckschlüssel 14 mm Schlüsselweite;
  4. Doppelmaulschlüssel 17 x 19 mm, DIN 895;
  5. Schraubenzieher 5 mm breit;
  6. Einstellehre 0,4 mm;
  7. Zündkerzenschlüssel;
  8. Zylinderkopfschlüssel;
  9. Dorn zum Zylinderkopfschlüssel;
  10. Tasche.

    1 Technische Daten

    zum nächsten Punkt ; Index
    Typ Simson-Moped SR 2 mit ‘Rheinmetall’-Motor Rh 50 II mit Pedalkickstarter
    Bauart Luftgekühlter Einzylinder-Zweitakt-Motor mit Flachkolben
    Zylinderbohrung 38 mm
    Kolbenhub 42 mm
    Hubraum 47,6 ccm
    Verdichtung 7:1
    Kurzleistung 1,5 PS bei 5000 U/min
    Dauerleistung 1,3 PS bei 4200 U/min
    Schmierung Mischungsschmierung
    Elektrische Anlage

    Schwunglichtmagnetzünder 15/18 Watt mit Lichtspule 6 V - 18 Watt Zündzeitpunkt: 2,5 mm vor O.T.

    Abstand der voll geöffneten Unterbrecherkontakte:

    0,4 mm
    Zündkerze: M14 - 225 DIN 72502
    Zündkerzenelektrodenabstand: 0,4 mm
    Scheinwerferbirne: Bilux 6 V - 15/15 Watt
    Schlußlicht: 6 V - 3 Watt
    Signalhorn (Wechselstromhorn)
    Vergaser BVF Zentral-Schwimmer-Vergaser
    NKJ 122-4
    Einstellung: Hauptdüse 55
    Nadeldüse 210
    Nadelstellung: 3. Kerbe von oben
    Luftfilter Naßluftfilter mit Startereinrichtung
    Kraftstoff Benzin-Öl-Mischung

    Bei Verwendung von Marken-Motorenöl: Mischungsverhältnis 25:1. Bei Verwendung von Hyzet-Zweitaktmotorenöl für 500 km Einfahrstrecke Mischungsverhältnis: 25:1. Nach 500 Einfahrkilometern 33:1.
    Inhalt des Kraftstoffbehälters etwa 6 l Mischung, davon Reserve etwa 0,5 l

    Kraftstoffverbrauch auf 100 km Fahrstrecke:

    etwa 1,4 - 1,6 l bei ebener Strecke und 20-25 km/h (Kilometer je Stunde) Geschwindigkeit, und etwa 2 l bei ebener Strecke und 40 km/h Geschwindigkeit

    Kupplung Dreischeiben-Ölbadkupplung
    Schalldämpfer zerlegbar
    Kraftübertragung Motor-Getriebe: Untersetzung: 1:3,307
    Getriebe: Zweiganggetriebe im Motorblock
    Untersetzung im 1. Gang: 1:3,5
    Untersetzung im 2. Gang: 1:2
    Getriebe-Hinterrad ½’’x3/16’’ Rollenkette
    Antriebskettenrad: 15 Zähne
    Kettenrad am Hinterrad: 34 Zähne
    Untersetzung: 1:2,265
    Gesamtuntersetzung im 1.Gang: 1:26,2
    Gesamtuntersetzung im 2.Gang: 1:15
    Tretkurbellänge: 130 mm
    Ölmenge im Getriebe: etwa 0,5 l
    Normales Motorensommeröl (kein Getriebeöl) 6-8° Engler bei 50°C
    Bereifung 23 x 2,25
    Felge 23 x 2,25
    Federung Vorderrad: Schwinghebel
    Hinterrad: Schwinge mit Gummischubelement
    Sattel Schwingsattel
    Eigengewicht etwa 48 kg
    Zulässiges Gesamtgewicht 145 kg
    Niedrigste Dauergeschw. 1. Gang 8 km/h
    2. Gang 15km/h
    Höchste Dauergeschw. 1. Gang 15 km/h
    2. Gang 40 km/h
    Es wird empfohlen, diese Geschwindigkeiten nicht zu überschreiten, da sich dies ungünstig auf die Lebensdauer des Mopeds auswirkt.

    2 Bedienungsanleitung

    2.1 Bedienungsorgane
     

    2.2 Schieben bzw. Radfahren bei stehendem Motor

    zum nächsten Punkt ; Index

    Beim Schieben des Fahrzeuges Schaltdrehgriff (Bild 4) am Lenker links auf 0 (Leerlauf) stellen. Kupplungshebel wird nicht angezogen. - Beim Radfahren Schaltdrehgriff in Stellung 2 (2. Gang) bringen. Kupplungshebel muß angezogen werden.

    Das Fahrzeug kann in diesem Zustand auf kurzen Strecken wie ein Fahrrad gefahren werden.

    Der Luftdruck in den Reifen verändert sich und ist regelmäßig nachzuprüfen. Die Lebensdauer von Decke und Schlauch und auch die Fahrbequemlichkeit und Straßenlage, also die Sicherheit des Fahrers, sind davon abhängig. Der richtige Luftdruck beträgt:

    • vorn 1,75 atü,
    • hinten 1,9 atü.

    2.3 Tanken

    zum nächsten Punkt ; Index

    Öffnen des Kraftstoffbehälters durch Linksdrehen des Tankverschlusses (Ziff. 8, Bild 4). Wenn weiteres Drehen nicht mehr möglich ist, Tankverschluß nach oben abnehmen. Der Motor wird mit Zweitaktmischung betrieben.

    Hierfür kann jeder handelsübliche, saubere und wasserfreie Vergaserkraftstoff verwendet werden, dem Motorenöl im Verhältnis 25:1 (auch für das Einfahren) beigemischt wird. Auf 5 Liter Benzin 200 ccm Öl. Für das Beimischen von Hyzet-Zweitakt-Motorenöl beträgt das Mischungsverhältnis für 500 km Einfahrstrecke ebenfalls 25:1. Nach 500 Einfahrkilometer 33:1. Das sind auf 5 Liter Benzin 152 ccm Öl. Vor dem Einfüllen in den Kraftstoffbehälter in einer peinlich sauberen Mischkanne gut mischen und durch ein Tuch filtern.

    Der Kraftstoffhahn am tiefsten Punkt des Kraftstoffbehälters soll, außer im Betrieb, stets geschlossen gehalten werden. Hahn offen - Griff in Schlauchrichtung
    Hahn zu - Griff nach rückwärts
    Hahn auf Reserve - Griff vorwärts

    2.4 Inbetriebnahme des Mopeds

    zum nächsten Punkt ; Index

    1. Tanken, siehe 2.3
    2. Ölstand im Getriebe prüfen, siehe 3.5
    3. Luftdruck prüfen, siehe 2.2
    4. Alle Schrauben und Muttern, besonders die Achsmuttern, auf festen Sitz prüfen und gegebenenfalls fest anziehen.

    2.4.1 Anfahren

    zum nächsten Punkt ; Index

    1. Kraftstoffhahn öffnen.
    2. Zündung einschalten: Zündschalter am Scheinwerfer in Mittelstellung (Ziffer 5b in Bild 4).
    3. Starterklappe schließen (Ziffer 2 in Bild 15).
    4. Bei kaltem Motor Tupfer am Vergaser 5-6 Sekunden ruhig herunterdrücken, dabei Gasdrehgriff voll öffnen, bis Benzin aus dem Schwimmergehäuse überläuft (Ziffer 1 in Bild 15).
    5. Gasdrehgriff ½ - ¾ öffnen.
    6. Schaltdrehgriff auf 0 stellen. Kupplungshebel ziehen. Pedalarm in günstige Antretstellung bringen. Kupplungshebel loslassen. Pedalarm kräftig nach vorn treten. Hierbei wird Motor angeworfen.
    7. Kupplungshebel ziehen. 1. Gang einschalten (Marke am Griffstück zeigt auf 1). Kupplungshebel langsam loslassen und unter gleichzeitigem Gasgeben (Gasdrehgriff, Bild 4, von vorn nach hinten drehen) anfahren.
    8. Bei regelmäßigem Motorlauf Starterklappe öffnen. Im Winter muß Starterklappe etwas länger geschlossen bleiben als bei normaler Temperatur. Ist der Motor bereits gelaufen, also noch warm, so darf beim Starten der Tupfer nicht betätigt und die Starterklappe nicht geschlossen sein.Draufsicht auf Scheinwerfer, Lenker mit Bedienungsorganen und Kraftstoffbehälter
      1. Schaltdrehgriff
      2. Kupplungshebel
      3. Gasdrehgriff
      4. Handbremshebel
      5. Zünd-Licht-Schalter
      6. Abblendschalter
      7. Horndruckknopf für Signalhorn
      8. Tankverschluß
      9. Sechskantschraube zur Lenkerverstellung
      10. Marke am Griffstück
      11. Überwurfmutter
      12. Gegenmutter

      2.4.2 Schalten vom 1. auf den 2. Gang

      zum nächsten Punkt ; Index
      1. Gas wegnehmen, d.h. Gasdrehgriff bis zum Anschlag nach vorn drehen.
      2. Auskuppeln: Kupplungshebel ganz anziehen.
      3. Schalten: Schaltdrehgriff mit Kupplungshebel bis zum Anschlag nach rückwärts hochdrehen. Marke am Griffstück zeigt jetzt auf 2.
      4. Einkuppeln: Kupplungshebel langsam loslassen, Gas geben. Mit Gasdrehgriff Geschwindigkeit regeln.

      2.4.3 Zurückschalten vom 2. auf den 1. Gang

      zum nächsten Punkt ; Index

      Merkt man, daß die Fahrgeschwindigkeit, z.B. an einer Steigung, stark absinkt (unter 15 km/h), oder muß man in dichtem Verkehr langsam fahren, so schaltet man auf den 1. Gang zurück.

      1. Gas wegnehmen, also Gasdrehgriff nach vorn drehen.
      2. Auskuppeln - Kupplungshebel anziehen.
      3. Schalten - Schaltdrehgriff bis zum Anschlag nach vorn schwenken. Marke am Griffstück zeigt auf 1.
      4. Langsam einkuppeln - Kupplungshebel mit Gefühl loslassen, gleichzeitig etwas Gas geben.

      Einkuppeln und Gasgeben sollen beim Zurückschalten gleichzeitig erfolgen. Richtiges Zurückschalten ist Gefühlssache, das Sie nach wenigen Fahrten von selbst lernen. Die geschilderten Bewegungen müssen schnell hintereinander ausgeführt werden, damit die Geschwindigkeit des Mopeds während des Schaltvorganges nicht zu stark abfällt.

      2.4.4 Geschwindigkeit verringern

      zum nächsten Punkt ; Index
      1. Gas wegnehmen.
      2. Bremsen. Durch Rückwärtstreten des Pedals wird die Hinterradbremse (wie beim Fahrrad) betätigt.

      Gerade bei den höheren Geschwindigkeiten, die auf einem Moped gegenüber dem Fahrrad möglich sind, immer auch die Handbremse (Ziff. 4 in Bild 4), die auf das Vorderrad wirkt, mitbenutzen. Die Bremsnabe im Vorderrad hat sehr gute Bremswirkung. Nur auf sandigen, nassen oder schlüpfrigen Straßen und auch in Kurven die Vorderradbremse mit Vorsicht verwenden, damit das Vorderrad nicht seitlich wegrutscht. Auf langgestrecktem Gefälle abwechselnd Vorderrad- bzw. Hinterradbremse benutzen (Zweck: Abkühlung). Selbstverständlich ist, daß der Gasdrehgriff und nicht die Bremsen dazu da sind, die Geschwindigkeit zu regeln. Achten Sie darauf, daß bei normaler Beinhaltung die Hinterradbremse nicht schleift.
      Auch bei plötzlichen Hindernissen, bei denen man mit beiden Bremsen scharf bremsen muß, sollen die Räder nicht zum Blockieren kommen, weil die Bremswirkung eines blockierten Rades schlecht ist und zum Schleudern des Mopeds Anlaß gibt.

      2.4.5 Anhalten

      zum nächsten Punkt ; Index
      1. Gas wegnehmen.
      2. Auskuppeln.
      3. Bremsen.
      4. Auf Leerlauf schalten: Bei gezogenem Kupplungshebel Schaltgriff so schwenken, daß Marke am Griffstück auf 0 zeigt. Der Kupplungshebel kann jetzt losgelassen werden.

      Auch bei stehendem Moped läuft der Motor ruhig im Leerlauf weiter. Längeres Laufen im Stand möglichst vermeiden, da sich der Motor sonst übermäßig erhitzt.

      2.4.6 Wiederanfahren

      zum nächsten Punkt ; Index
      1. Auskuppeln.
      2. Auf 1. Gang schalten. Marke am Schalthebel zeigt auf 1.
      3. Kupplungshebel langsam loslassen und dabei Gas geben, damit der Motor nicht stehen bleibt. Ein Moped kann selbst auf mäßigen Steigungen aus dem Stand ohne Mittreten angefahren werden.

      2.4.7 Motor abstellen

      zum nächsten Punkt ; Index
      1. Gas wegnehmen, auf Leerlauf schalten.
      2. Zündung ausschalten. Hierzu Lichtschalter im Scheinwerfer (Ziff. 5 im Bild 4) nach links schalten. Bei längerem Halt Kraftstoffhahn schließen.

      2.4.8 Bergabfahren

      zum nächsten Punkt ; Index

      Auf längeren, sehr steilen Gefällen wirkt der ohne Gas mitlaufende Motor als Bremse. Der Kraftstoffhahn darf dabei nicht abgestellt werden, damit die Motorschmierung gewährleistet ist! Ist die Strecke übersichtlich und nicht zu steil, kann man das Getriebe auf Leerlauf stellen und fast geräuschlos bergab rollen. Die kräftigen Bremsen bringen das Moped auch aus hohen Geschwindigkeiten zuverlässig schnell zum Stehen. Den Motor lassen Sie am besten im Leerlauf weiterlaufen. Damit das Wiedereinschalten des Ganges am Ende des Gefälles keine Schwierigkeiten macht, geben Sie dann beim Schalten Gas, so daß sich die Drehzahlen von Motor und Getriebe einander anpassen können. Lassen Sie sich aber nicht dazu verleiten, das Gas voll aufzudrehen und bergab schneller zu fahren, als Sie dieselbe Steigung hinauffahren würden; denn Sie verringern dadurch die Lebensdauer des Motors.

      2.5 Einfahren

      zum nächsten Punkt ; Index

      Etwa 500 km brauchen die neuen Teile des Motors zum Einlaufen. Fahren Sie in der ersten Zeit nicht mit Vollgas, sondern höchsten mit 2/3 Gas. Schalten Sie an Steigungen auf den kleineren Gang, wenn Sie merken, daß der Motor nicht mehr munter zieht. Sie brauchen keineswegs ängstlich zu sein, sondern können sofort bis zu einer Geschwindigkeit von 12 km/h im 1. Gang und 30 km/h im 2. Gang fahren.

      2.6 Benzinsparendes Fahren

      zum nächsten Punkt ; Index

      Wenn die gewünschte Fahrgeschwindigkeit erreicht ist, Gasdrehgriff nicht in seiner Stellung stehenlassen, sondern vorsichtig und so lange zurückdrehen, bis der Motor das Fahrzeug gerade noch auf der erreichten Geschwindigkeit hält. Der Motor muß dabei noch gleichmäßig laufen. Dadurch Schonung des Motors und sparsamer Kraftstoffverbrauch.

      2.7 Beleuchtung

      zum nächsten Punkt ; Index

      Der Zünd-Licht-Schalter am Scheinwerfer (Ziff. 5 im Bild 4) hat 3 Schaltstellungen (vom Fahrersitz gesehen):

      1. Rechts - Beleuchtung eingeschaltet, Zündung eingeschaltet (Fahrt bei Nacht),
      2. Mitte - Beleuchtung ausgeschaltet, Zündung eingeschaltet (Fahrt bei Tag),
      3. Links - Zündung unterbrochen (Motor abstellen).

      Der Abblendschalter ist am Lenker links angebracht und wird mit dem Daumen bedient.

      Die mit dem Rückstrahler kombinierte Schlußleuchte am Hinterradschutzblech wird gleichzeitig (entsprechend StVZO) mit dem Schalter der Beleuchtung betätigt. Bei Erneuerung der Glühlampen darauf achten, daß nur die vorgeschriebenen Glühlampen verwendet werden.

      2.8 Sicherung gegen unbefugtes Benutzen

      zum nächsten Punkt ; Index

      Am Gepäckträger befindet sich in einer besonderen Aufnahme ein Sicherheitsschloß. Es werden 2 Schlüssel mitgeliefert. Zur Sicherung des Fahrzeuges wird das Schloß mittels Schlüssel entriegelt, aus der Aufnahme gezogen und in die Sicherungsaufnahme am Rahmen eingeführt und verriegelt. Das Schloß verhindert durch sein Eintreten zwischen die Speichen des Hinterrades unbefugtes Benutzen.

      2.9 Schwingsattel

      zum nächsten Punkt ; Index

      Angenehmes Fahren wird durch Abfederung des Vorder- und des Hinterrades erreicht und außerdem durch den Schwingsattel. Entsprechend der Größe des Fahrers ist der Sattel in der Höhe einstellbar.

      Es ist zu beachten, daß die Klemmschrauben gut festgezogen werden, um eine Veränderung der Sattelstellung während der Fahrt zu verhindern.

      2.10 Kippständer

      zum nächsten Punkt ; Index

      Dieser ermöglicht das freie Abstellen des Mopeds. Im Fahrbetrieb wird der Ständer in hochgeklappter Stellung durch eine Feder festgehalten.

      Beim Belasten des Fahrzeuges Kippständer stets hochklappen. Nicht auf Kippständer antreten!

      2.11 Lenkerverstellung

      zum nächsten Punkt ; Index

      Der Lenker kann nach Lösen der Sechskantschraube und Überwurfmutter in gewissen Grenzen wie beim Fahrradlenker in der Höhe verstellt werden (Ziff. 9 und 11 im Bild 4). Von Oberkante Überwurfmutter bis Oberkante Lenker soll eine Entfernung von 140 mm nicht überschritten werden.

      2.12 Leichtes Starten

      zum nächsten Punkt ; Index

      Vor allem in der kalten Jahreszeit wird empfohlen, den Kraftstoffhahn so abzustellen, daß bei Beendigung der Fahrt der Kraftstoff im Vergaser restlos verbraucht ist, damit nicht zurückbleibendes Öl die Düsen verstopft und beim Starten frisches Gemisch zur Verfügung steht.

      3 Pflegeanleitung

      zum nächsten Punkt ; Index

      Wenn Sie sich an das vorher über das Fahren Gesagte halten, so haben Sie dem Motor schon viel gutes getan; denn eine sachgemäße Behandlung erhöht seine Betriebsbereitschaft und seine Lebensdauer. Außerdem müssen Sie aber noch auf die regelmäßige Pflege Ihres Mopeds bedacht sein. Bei einiger handwerklicher Gewandtheit können Sie die meisten Pflegearbeiten selbst durchführen (siehe Pflegeschema). Andernfalls und in den besonders bezeichneten Fällen ist es notwendig, die Hilfe eines Simson-Dienstes in Anspruch zu nehmen (siehe Sonderdruck Kundendienstbeilage ‘Wer hilft mir?’).

      Um das gute Aussehen Ihres Mopeds zu erhalten, beachten Sie folgende Hinweise:

      1. Lockeren Staub mit Staubwedel - nicht mit Tuch - entfernen. Die Lackierung wird sonst durch feine Kratzer beschädigt.
      2. Beim Abspritzen den Wasserstrahl nicht direkt auf den Vergaser richten, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden.
      3. Nasse Lackflächen mit Fensterleder oder Viskoseschwamm trocknen.
      4. Nasse Chromflächen mit weichem Lappen trocknen und polieren.
      5. Nichtlackierte Triebwerksteile mit Waschbenzin reinigen.
      6. Lackteile von Zeit zu Zeit mit handelsüblichem Lackpflegemittel polieren.
      7. Der Unterstellraum muß unbedingt trocken sein.
      8. Im Freien möglichst an schattigem Platz abstellen.
      9. Beim Tanken keinen Kraftstoff auf die Lackfläche fließen lassen.
      10. Ist das Moped längere Zeit außer Gebrauch, alle blanken Teile mit säurefreier Vaseline leicht einfetten.

      3.1 Pflegeschema

      zum nächsten Punkt ; Index

      einmalig

      Muttern auf beiden Seiten der Vorderradachse, des Zylinderkopfes, des Auspufftopfes und des Vergasers nach den ersten 250 km Fahrstrecke, alle anderen Schrauben und Muttern nach den ersten 500 bis 1000 km nachziehen; nach 300 km Elektrodenabstand der Zündkerze prüfen (0,4 mm). (Siehe unter 3.11)

      Ölwechsel im Getriebe und Durchspülen desselben mit Waschöl nach den ersten 500 km. (Siehe unter 3.5)

      Das gleiche wiederholt sich nach einer Zerlegung des Motors (in Fachwerkstatt).

      nach je 1000 km

      2 Preßschmierstellen mit Öl an der Vordergabelschwinge; Schaltdrehgriff, Gasdrehgriff, Tachoantrieb und Pedale abschmieren. (siehe unter 3.2)

      Kupplungsspiel prüfen und nachstellen (siehe unter 3.4)

      Ölstand im Getriebe nachprüfen (siehe unter 3.5)

      Bremsen prüfen und einstellen (siehe unter 3.6)

      Schaltung prüfen und einstellen (bei Bedarf)(siehe unter 3.7)

      Kettenspannung prüfen, Kette reinigen und ölen (siehe unter 3.8)

      Radlager einfetten (siehe unter 3.9)

      Auspuffanlage reinigen (siehe unter 3.10)

      Luftfilter reinigen (siehe unter 3.12)

      nach je 2000 km

      Elektrodenabstand der Zündkerze prüfen (siehe unter 3.11)

      Vergaser reinigen und einstellen (siehe unter 3.13)

      Abstand der Unterbrecherkontakte und Zündeinstellung prüfen (erstmalig nach 1000 km)(siehe unter 3.14)

      (Nach Möglichkeit diese Arbeiten bei einem Simson-Dienst ausführen lassen)

      nach je 5000 - 8000 km

      Hinterrad-Schwinglager schmieren (siehe unter 3.2)

      Ölwechsel im Getriebe und Durchspülen mit Waschöl (siehe unter 3.5)

      Nachstellen und Schmieren der Lenkungs- und Radlager (siehe unter 3.9)

      Zylinderkopf und Kolbenboden reinigen

      (Nach Möglichkeit diese Arbeiten bei einem Simson-Dienst ausführen lassen)

      1. Gasdrehgriff;
      2. Schaltdrehgriff;
      3. Tachoantrieb;
      4. 2 Preßschmierstellen, Vorderradschwinge;
      5. Öleinfüllschraube (linke Motorverkleidung abnehmen);
      6. Ölablaßschrauben;
      7. Pedale;
      8. Hinterradschwinglager.

      Das Abschmieren der Preßschmierstellen muß mittels Fettpresse mit Öl (Tankstelle, Werkstatt) erfolgen.

      3.2 Schmierplan (Bild 5)

      zum nächsten Punkt ; Index

      Das Abschmieren der Preßschmierstellen muß mittels Fettpresse mit Öl (Tankstelle, Werkstatt) erfolgen.

      3.3 Seilzüge und Tachoantriebswelle ölen

      zum nächsten Punkt ; Index

      Die Seilzüge zum Vergaser, zur Kupplung, zum Schalthebel und zur Bremse sowie die Tachoantriebswelle müssen von Zeit zu Zeit geölt werden, damit sich die Seile und die biegsame Welle leicht in ihren Hüllen bewegen.

      Dünnflüssiges Öl, z.B. mit Benzin verdünntes Motorenöl, läßt man mittels einer Spritzkanne in den Spalt zwischen Seil bzw. Tachowelle und Hülle einfließen, bis es am unteren Hüllenende austritt. Zu diesem Zweck müssen die Seile an den Handgriffen ausgehängt bzw. die Tachowelle vom Tacho gelöst werden. Es ist bei der Montage auf die richtige Einstellung zu achten. (Siehe unter 3.4, 3.6 und 3.7.)

      3.4 Kupplungsspiel prüfen und nachstellen

      zum nächsten Punkt ; Index

      Die Kupplung muß vollständig ein- und auskuppeln, darf also nicht rutschen, weil dadurch die Kupplungslamellen verbrennen können. Bei richtiger Einstellung muß der Handkupplungshebel in eingekuppeltem Zustand etwa 1 cm toten Gang (Spiel) am Hebelende aufweisen, bzw. der, von vorn gesehen, aus dem Motorgehäuse rechts herausgeführte Bowdenzug muß ein Spiel von 2-4 mm aufweisen. Bei zu großem Spiel löst die Kupplung nicht voll aus, wenn das Spiel fehlt, neigt sie zum Rutschen (Bilder 6 und 7).

      Arbeitsvorgang:

      • Gegenmutter der Stellschraube am Kupplungshebel (Bild 6) lockern.
      • Stellschraube so weit herausdrehen, bis das notwendige Spiel erreicht ist.
      • Stellschraube festhalten.
      • Gegenmutter wieder anziehen.
        1. Gegenmutter der Stellschraube für Kupplung
        2. Stellschraube für Kupplung
        3. Kupplungshebel
        4. Schaltdrehgriff
        5. Marke am Griffstück
        6. Stellmutter für Schaltung
        7. Stellschraube für Schaltung
        8. Horndruckknopf für Signalhorn
        9. Hebel zum Abblendschalter

        Ist es nicht mehr möglich, durch die Stellschraube allein richtige Kupplungsfunktion zu erhalten, dann öffnet man den runden Deckel an der linken Seite des Gehäuses (Bild 7). Die innere Kupplungsstellschraube mit Gegenmutter wird zugänglich. Gegenmutter lösen und innere Stellschraube verstellen; Linksdrehen ergibt Vergrößerung, Rechtsdrehen Verkleinerung des Kupplungsspiels.7. Linke Motorseite, Einstellen der Kupplung

        1. Öleinfüllöffnung
        2. Ölablaßschraube
        3. Überwurfmutter

        3.5 Ölstand im Getriebe nachprüfen und wechseln

        zum nächsten Punkt ; Index

        Den runden Deckel an der linken Seite des Motorgehäuses abnehmen. Bei richtigem Ölstand soll bei auf den Rädern stehendem Moped das Öl bis zur Unterkante der Öffnung stehen. Nachfüllung erfolgt durch die Einfüllöffnung (Ziff. 1 in Bild 7) an der Gehäuseoberseite.

        Beim Ölwechsel die zwei Ölablaßschrauben an der Gehäuseunterseite entfernen, so daß die Ölfüllung abfließt. Nach dem Wiedereinschrauben beider Ablaßschrauben ist durch die obere Einfüllöffnung etwa ½ Liter Spülöl einzufüllen. Dann soll der Motor im Leerlauf im Stand etwa 2 Minuten laufen. Danach sind beide Ablaßschrauben wieder zu lösen und das mit den Ölresten vermischte Spülöl abzulassen. Nach dem Wiedereinschrauben der Ablaßschrauben ist Motoren-Sommeröl einzufüllen, bis der Ölstand die Unterkante der Öffnung im Kupplungsdeckel erreicht. Danach Verschlußdeckel schließen und Ablaßschrauben gut festziehen.

        3.6 Bremsen prüfen und nachstellen

        zum nächsten Punkt ; Index

        Vorderradbremse:

        Die Notwendigkeit einer Bremsnachstellung ist äußerlich an dem immer größer werdenden Spiel (toter Gang) am Handbremshebel zu erkennen. Normal sollen am Handbremshebelende 1-2 cm Spiel vorhanden sein. Die Nachstellung muß also stets so erfolgen, daß die Bremsbacken nach Erreichen dieses Maßes fühlbar angreifen.Rechte Lenkerseite mit Gasdrehgriff und Handbremshebel

        1. Gegenmutter für Stellschraube für Handbremse
        2. Stellschraube für Handbremse
        3. Handbremshebel
        4. Gasdrehgriff


        Arbeitsvorgang (Bild 8):

        • Gegenmutter an der Stellschraube lockern.
        • Stellschraube so weit herausdrehen, bis 1-2 cm Spiel am Handbremshebelende erreicht sind.
        • Stellschraube festhalten.
        • Gegenmutter wieder anziehen.


        Hinterradbremse:

        Eine Nachstellung des Bremsgestänges an der Hinterradnabe ist erforderlich, wenn der Bremshebel zu weit nach vorn gezogen werden muß, ehe die Bremsbacken fühlbar greifen. Dies kann eintreten, wenn die Kette nachgespannt wurde oder der Bremsbelag abgenutzt ist.

        Arbeitsvorgang (Bild 11):

        • Bremsnockenhebel nach vorn drücken.
        • Einstellstück zurückdrehen, bis richtige Stellung des Bremsnockenhebels erreicht ist.
        • Bremsnockenhebel loslassen und darauf achten, daß das Einstellstück in die Aussparung tritt.

        3.7 Schaltung prüfen und einstellen

        zum nächsten Punkt ; Index

        Damit der Kupplungshebel am Schaltdrehgriff richtig einrastet und dabei die Gänge ordnungsgemäß geschaltet werden, muß der Seilzug vom Schaltdrehgriff zum Getriebe vorschriftsmäßig eingestellt sein.

        Arbeitsvorgang (Bild 6):

        • Kupplungshebel ziehen.
        • Zweiten Gang einschalten (Marke am Griffstück steht auf 2).
        • Stellmutter lösen.
        • Stellschraube so lange drehen, bis die Seilzughülle etwa 1 mm Spiel hat.
        • Stellmutter festziehen.
        • Kupplungshebel ziehen.
        • Ersten Gang einschalten (Marke am Griffstück steht auf 1). Erster Gang muß jetzt einwandfrei eingerastet sein. Ist dies nicht der Fall, dann muß das Spiel der Seilzughülle im 2. Gang etwas verändert werden.

        3.8 Kettenspannung prüfen, Kette reinigen und ölen

        zum nächsten Punkt ; Index

        Die Lebensdauer der Kette wird durch Einwirkung von Staub und Schmutz beeinträchtigt. Durchhang in der Mitte etwa 10-12 mm.

        Arbeitsvorgang (Bild 11):

        • Zum Spannen dient der verstellbare Kettenspanner.
        • Achsmuttern lösen.
        • Mutter am Kettenspanner rechts und links gleichmäßig nach rechts drehen, bis richtige Kettenspannung erreicht ist.
        • Achsmuttern gut festziehen.
        • Darauf achten, daß das Rad in der Mitte der Gabel steht.
        • Zum gründlichen Reinigen und Ölen Kettenschutz abnehmen (Bilder 11 und 12).
        • Kettenschloß lösen und Kette abnehmen.
        • Kette etwa 1 Stunde in Benzin- oder Petroleumbad legen, abbürsten, spülen und abreiben.
        • Kettenglieder einzeln im Bad abknicken, um den Schmutz aus den Gelenken herauszubringen.
        • In erwärmtes, dickflüssiges Motorenöl oder besser Spezialkettenfett tauchen, abtropfen lassen und leicht abreiben.
        • Einbau in umgekehrter Reihenfolge.

        3.9 Nachstellen der Lenkungs- und Radlager

        zum nächsten Punkt ; Index

        Die Lenkungs- und Radlager sind mit nachstellbaren Kugellagern ausgestattet. Sie sind sorgfältig abgedichtet, so daß weder Schmiermittel verlorengehen kann noch Schmutz oder Nässe von außen eindringen können. Eine lange Lebensdauer ist dadurch gewährleistet.

        Alle Teile werden in Benzin saubergewaschen, und es wird empfohlen, die Radlager nach je 1000 km Fahrstrecke einzufetten.

        Die Naben sind richtig eingestellt, wenn bei ausgebautem Rad ein eben noch fühlbares seitliches Spiel der Achse wahrzunehmen ist. Bei eingebautem Rad und festgezogenen Achsmuttern muß dieses Seitenspiel verschwunden sein, die Felge muß aber seitlich immer noch eben fühlbares Spiel haben. Verschwindet dies Spiel beim Anziehen der Achsmuttern vollständig, so ist zu prüfen, ob die Gabelenden noch plan und parallel sind.

        1. Halteschraube für Tachoantriebswelle
        2. Achsmutter
        3. Scheibe
        4. Bremszug
        5. Öse
        6. Schmierstellen

        3.9.1 Nachstellen der Lenkungslager

        zum nächsten Punkt ; Index

        Sollte sich nach längerem Betrieb ein zu großes Spiel am Lenkungslager bemerkbar machen, so ist Nachstellung erforderlich.

        Arbeitsvorgang (Bild 4):

        • Überwurf- und Gegenmutter über dem Scheinwerferhalter lösen.
        • Scheinwerferhalter hochheben, so daß mit der darunter befindlichen Rändelmutter das Lagerspiel eingestellt werden kann.
        • Es ist darauf zu achten, daß die Gabel sich noch leicht dreht, wobei zu berücksichtigen ist, daß sich beim Anziehen der Gegenmutter das Lagerspiel wieder etwas verringert.
        • Überwurfmutter wieder festziehen.
        • Leichten Gang der Lenkung prüfen.
        • Eventuell nach nochmaliger Lösung der Gegenmutter nachregulieren.
          1. Bremsnockenhebel
          2. Bremsstellmutter
          3. Achsmutter
          4. Mutter am Kettenspanner
          5. Kettenschutzbefestigung
          6. Befestigung des Bremshebels
        •  Befestigung des Kettenschutzes
          1. Klemmschraube

          3.9.2 Vorderradausbau und Einstellen der Lager

          zum nächsten Punkt ; Index

          Arbeitsvorgang (Bilder 9 und 10):

          • Bremszug an Stellschraube und Stellmutter so weit entspannen, bis sich Seil aus der Öse aushängen läßt.
          • Tachoantriebswelle vom Tachoantrieb lösen (Halteschraube ganz herausdrehen, biegsame Welle aus Antriebsgehäuse ziehen).
          • Achsmuttern soweit herausschrauben, daß das Rad nach unten aus den Schwinghebeln gezogen werden kann (darauf achten, daß die zwei Scheiben aus den Einsenkungen heraustreten).
          • Wiedereinbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
          • Zum Einstellen des eben merkbaren Spiels der Lagerung der Nabe wird das Tachoantriebsgehäuse abgenommen,
          • flache Sicherungsmutter gelöst,
          • Stellkonus dahinter verstellt,
          • flache Sicherungsmutter wieder angezogen.

          Es ist zu berücksichtigen, daß sich das Lagerspiel etwas verringert, wenn die Sicherungs- und Achsmuttern wieder festgezogen werden. Also vor Wiederzusammenbau erst prüfen.

          3.9.3 Hinterradausbau und Einstellen der Lager

          zum nächsten Punkt ; Index

          Arbeitsvorgang (Bild 11):

          • Bremsstellmutter abschrauben.
          • Befestigung des Bremshebels entfernen.
          • Achsmuttern und Kettenspanner so weit lösen, bis das Rad so weit nach vorn geschoben werden kann, daß sich das Rad nach unten herausnehmen läßt.
          • Jetzt kann die Kette bequem abgenommen werden, ohne das Kettenschloß zu öffnen.
          • Nach Entfernen der Antriebskette vom hinteren Kettenkranz kann das Rad bei gleichzeitigem Kippen des Fahrzeuges seitlich herausgenommen werden.
          • Beim Wiedereinsetzen, das in umgekehrter Reihenfolge vor sich geht, ist darauf zu achten, daß das Steckglied der Kette, falls das Kettenschloß geöffnet wurde, von innen nach außen in die Kette gesteckt wird und daß die Verschlußfeder mit dem abgeschlossenen Ende in Laufrichtung der Kette zeigt.
          Um das Lagerspiel verändern zu können, ist der Ausbau des Rades nicht erforderlich.

          Man löst die Achsmuttern und verstellt den Stellkonus. Flache Sicherungs- und Achsmutter werden wieder angezogen. Hierbei ist ebenfalls darauf zu achten, daß sich das Spiel etwas verringert, wenn Sicherungs- und Achsmutter fest angezogen werden. Daher vor Wiederinbetriebnahme erst prüfen und eventuell nachregulieren.

          3.9.4 Das Spuren der Räder

          zum nächsten Punkt ; Index

          Das Spuren beider Räder kann mit Hilfe einer geraden Latte oder Schnur erfolgen.

          Zuerst ist das Vorderrad genau gerade zu stellen, dann wird an einer Seite der Laufdecke die Latte oder Schnur angelegt, welche natürlich bis über den Hinterradreifen reichen muß. Das Hinterrad ist so einzurichten, daß beide Reifenkanten genauso an der Latte oder Richtschnur anliegen wie die des Vorderrades.

          Am besten von zwei Mann auszuführen.

          3.10 Auspuffanlage reinigen

          zum nächsten Punkt ; Index

          Leistung und Verbrauch eines Zweitaktmotors hängen in hohem Maße vom Staudruck in der Auspuffanlage ab. Wenn die Motorleistung nachläßt, ist eine Reinigung der Auspuffanlage unbedingt erforderlich.

        • Der Schalldämpfer

          1. Schalldämpfereinsatz
          2. Klemmschelle mit Befestigungsteilen
          3. Schalldämpferende
          4. Mutter mit Sicherung


          Arbeitsvorgang:

          Reinigen des Auspuffschlitzes:

          • Mutter (Ziff. 3 im Bild 7) lösen,
          • Auspuffrohr abnehmen,
          • Kolben in den unteren Totpunkt stellen,
          • Schlitz von außen reinigen.
          • Es ist zu beachten, daß auf den Kolben gefallene Ölkohle herausgeblasen wird.

          Reinigen des Auspuffrohres:

          • Mit einer in der Werkstatt vorhandenen Bürste reinigen.

          Reinigen des Schalldämpfereinsatzes (Bild 13):

          • Abschrauben der Mutter hinten am Schalldämpfer,
          • Schalldämpfer auseinandernehmen,
          • Einsatz im Schmiedefeuer oder mit Schweißbrenner auf Rotglut erhitzen, dadurch brennt Ölkohle ab,
          • Schalldämpfer wieder zusammenbauen.

          Es ist darauf zu achten, daß die Öffnungen nicht verändert werden, da die Leistung des Motors dadurch beeinträchtigt und der Verbrauch erhöht wird und sich außerdem der Auspufflärm vergrößert.

          3.11 Elektrodenabstand der Zündkerze prüfen

          zum nächsten Punkt ; Index

          Als Folge hoher Beanspruchung zeigt die Kerze nach einer gewissen Betriebszeit Alterserscheinungen, die sich als Elektrodenabbrand, Verbrennungsrückstände am Isolator usw. bemerkbar machen. Das Betriebsverhalten des Motors, vor allem sein Anspringen, wird dann ungünstig beeinflußt. Die Kerze muß von Zeit zu Zeit überprüft, gereinigt und der Elektrodenabstand nachgestellt werden.

          Arbeitsvorgang (Bild 14):

          • Zündkabelstecker von der Kerze abziehen.
          • Kerze herausnehmen,
          • in Benzin gründlich reinigen und
          • Elektrodenabstand von 0,4 mm mit Fühllehre prüfen.
          • Zu großer Abstand wird durch Nachbiegen der seitlichen Elektrode korrigiert.
          • Kerze beim Wiedereinbau vorsichtig fest anziehen und
          • Kabelstecker aufsetzen.


          Dichtring nicht vergessen!

        • Prüfen der Zündkerze

          1. Zündkabel
          2. Zündkerze

          Zum Überprüfen schraubt man die Kerze nach scharfer Fahrt aus dem noch warmen Motor heraus und betrachtet das Kerzeninnere (Kerzengesicht). Die richtige Kerze zeigt bei richtig eingestelltem Vergaser einen bräunlichen Isolatorkörper, dunkelgraues Kerzengesicht und trocknen schwarzen Rußbelag auf der Stirnfläche des Kerzengehäuses. Ist die Kerze zu kalt geblieben (Wärmewert zu hoch), so ist das Kerzeninnere verrußt und verölt. Dies ist jedoch auch bei richtig gewählter Kerze möglich, wenn zu kleiner Elektrodenabstand, zu fett eingestellter Leerlauf oder andere Ursachen für hohe Rückstandsbildung sorgen. Eine überhitzte Kerze zeigt einen weißgebrannten Isolatorkörper und weißgebrannte Elektrodenspitzen, manchmal auch kleine Schmelzperlen (Wärmewert zu niedrig). Dieses Kerzengesicht kann bei richtigem Wärmewert auch als Folge falscher Luft oder zu armen Gemisches auftreten. Eine behelfsmäßige Kontrolle der Kerze auf Funktion kann in der im Bild 14 dargestellten Weise erfolgen. Bei herausgeschraubter Kerze wird das Zündkabel aufgesteckt, der Kerzenkörper an den Motor angelegt und mit dem Pedal der Motor durchgedreht (Moped auf Kippständer gestellt).

          Tip von Miraculis:
          Macht es bitte nicht so, wie es auf dem Bild dargestellt wird. Ihr dürft auf KEINEN Fall das Kerzensteckergehäuse (Metall) berühren! Der Funke marschiert sonst über Euren Arm und dann Erdung zur Zündspule. NUR am Zündkabel anfassen!! Beim ersten und einzigen Mal (10 Jahre her) hat mir der Arm den ganzen Tag weh getan. So was merkt man sich. :-)


          Zwischen den Elektroden muß ein kräftiger Zündfunke überspringen. Springt kein Funke über, so ist der Kontaktabstand am Unterbrecher zu prüfen (siehe unter 3.14)

          Bleibt der Motor bei nach links geschaltetem Zünd-Licht-Schalter nicht stehen, so hat er Glühzündungen. Dann darf auf keinem Fall das Zündkabel von der Kerze abgenommen werden, da dies zur sofortigen Zerstörung der Zündspule führen kann, sondern der Motor ist durch erhöhte Brennstoffzufuhr (Vollgas geben) zum Stehen zu bringen (Zünd-Licht-Schalter dabei auf Schaltstellung links stehenlassen).

          3.12 Luftfilter reinigen

          zum nächsten Punkt ; Index

          Ein sauberes Luftfilter wirkt sich nicht nur günstig auf die Leistungsfähigkeit und den geringen Kraftstoffverbrauch aus, sondern es erhöht auch die Lebensdauer des Motors.

          Arbeitsvorgang (Bild 15):

          • Gummischlauch von der Dämpferkappe des Luftfilters nach hinten abschieben.
          • Lösen der Klemmschraube.
          • Luftfilter vom Vergasergehäuse abziehen und Dämpferkappe abnehmen.
          • Luftfilter in Waschbenzin tauchen und ausspülen,
          • trocknen lassen,
          • in dünnes Motorenöl tauchen und Metallwollefüllung vollsaugen lassen.
          • Luftfilter kräftig ausschleudern,
          • wieder einsetzen,
          • Dämpferkappe montieren und Gummischlauch aufschieben.
          • Darauf achten, daß die Klemmschraube gut angezogen ist.


          In sand- und staubreicher Gegend ist das Luftfilter häufiger zu einigen. Ohne Luftfilter darf der Motor nie in Betrieb genommen werden.

          3.13 Vergaser

          zum nächsten Punkt ; Index

          Die Stellung des Drosselschiebers im Vergaser wird durch den Gasdrehgriff an der rechten Lenkerseite reguliert. Durch Drehen von vorn nach hinten wird mehr Gas gegeben. Am Drehgriff ist eine geschlitzte Stellschraube angebracht; mit ihr kann die Leichtgängigkeit des Drehgriffs den Wünschen des Fahrers angepaßt werden. Rechtsdrehen ergibt schwereren, Linksdrehen leichteren Gang des Griffes.

          3.13.1 Nachstellen des Gasbowdenzuges

          zum nächsten Punkt ; Index

          Die Notwendigkeit einer Nachstellung des Gasbowdenzuges ist äußerlich an dem immer größer werdenden Spiel am Gasgriff zu erkennen. Das Spiel soll etwa 2 mm an der Bowdenzughülle betragen. Die Nachstellung erfolgt an der Stellschraube am Bowdenzug.

          Arbeitsvorgang (Bild 8):

          • Gegenmutter an der Stellschraube lockern.
          • Stellschraube so weit herausdrehen, bis 2 mm Spiel erreicht sind.
          • Stellschraube festhalten.
          • Gegenmutter wieder anziehen.
          • Vergaser und Luftfilter (rechte Motorverkleidung abgenommen)
            1. Tupfer
            2. Starterklappe
            3. Gasschieberanschlagschraube
            4. Feder
            5. Luftfilter
            6. Klemmschraube

            3.13.2 Einstellen der Leerlaufdrehzahl (Bild 15)

            zum nächsten Punkt ; Index

            Mit der Gasschieberanschlagschraube (3), die durch eine Feder (4) gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert ist, kann der Leerlauf eingestellt werden. Beim Hineindrehen der Anschlagschraube erhöht sich, beim Herausschrauben verringert sich die Leerlaufdrehzahl.

            3.13.3 Vergasereinstellung

            zum nächsten Punkt ; Index

            Die Vergasereinstellung wurde durch ausgedehnte Versuche festgelegt, und es ist zu empfehlen, keine Veränderung an diesen Einstellungen vorzunehmen.

            Sollte infolge besonderer klimatischer oder betrieblicher Bedingungen eine Veränderung der Einstellung erforderlich sein, so kann diese für den Teillastbereich durch Höher- oder Tieferhängen der Düsennadel im Nadelhalter sowie für die Spitzenleistung durch Änderung der Hauptdüse vorgenommen werden. Ein Höherhängen der Düsennadel im Nadelhalter bedeutet ein fetteres Gemisch und höheren Kraftstoffverbrauch, Tieferhängen dagegen ein mageres Gemisch, also geringeren Kraftstoffverbrauch, aber auch eine größere Erhitzung des Motors.Vergaser, zerlegbar

            1. Schiebergehäusedeckel
            2. Schließfeder
            3. Düsennadelhalter
            4. Düsennadel
            5. Kolbenschieber
            6. Mischkammer
            7. Schelle
            8. Luftfilter
            9. Gummischlauch
            10. Nadeldüse
            11. Schwimmer
            12. Schwimmergehäuse
            13. Arretierstift
            14. Düsenhalteschraube
            15. Befestigungsschraube
            16. Verschlußschraube
            17. Dichtringe

            3.13.4 Reinigen des Vergasers (Bild 16)

            zum nächsten Punkt ; Index

            Um den Vergaser stets einsatzbereit zu halten, ist es zu empfehlen, diesen von Zeit zu Zeit gründlich zu reinigen. Hierzu muß die Motorverkleidung abgenommen werden.

            Die Reinigung der Hauptdüse kann erfolgen, ohne daß der Vergaser demontiert wird. Zu diesem Zweck wird die Düsenhalteschraube (14) mit einem Sechskantschlüssel mit 11 mm Schlüsselweite herausgeschraubt. Düsen dürfen nur durch Ausblasen oder mit einer Bürstenborste und niemals mit festen Gegenständen (Nadeln, Draht usw.) gesäubert werden.

            Soll der gesamte Vergaser gereinigt werden, wird zunächst der Gummischlauch von der Dämpferkappe des Luftfilters nach hinten abgezogen und das Luftfilter mit Dämpfungskappe vom Vergaser abgenommen. Anschließend wird der Schiebergehäusedeckel (1) gelöst und mit diesem der Kolbenschieber (5) mit Düsennadel (4) aus dem Vergasergehäuse gezogen. Danach werden die Befestigungsmuttern am Flansch gelöst, und der Vergaser kann vom Motor abgenommen werden.

            Zur Reinigung des Schwimmergehäuses (12) wird zunächst die Verschlußschraube (16) entfernt. Danach wird die Befestigungsschraube (15) herausgeschraubt, und das Schwimmergehäuse kann vom Vergaser abgenommen werden.

            Um den richtigen Anbau des Schwimmergehäuses zu gewährleisten, ist im Schwimmergehäuse ein Arretierstift (13) eingesetzt, der in eine Aussparung in der Mischkammer eingreift. Außerdem ist bei der Montage des Schwimmergehäuses darauf zu achten, daß der Schwimmer mit seinem Hebel in der Schwimmeraufhängung eingehängt ist.

            Wir empfehlen, die Reinigung in den Simson-Diensten (siehe Kundendienstbeilage) durchführen zu lassen. Für Entgegennahme von Reklamationen sind die Simson-Dienste ebenfalls zuständig.

            3.14 Abstand der Unterbrecherkontakte und Zündeinstellung prüfen

            zum nächsten Punkt ; Index

            Wir schlagen Ihnen vor, diese Arbeiten in einem Simson-Dienst ausführen zu lassen. Sollten Sie jedoch diese Arbeiten selbst durchführen, finden Sie in der gesondert herausgegebenen Reparaturanleitung genaue Hinweise über die Durchführung dieser Arbeiten.

            Bemerkung von Miraculis:
            Die Arbeitsabläufe sind identisch mit denen vom Spatz. Zu finden im Reparaturhandbuch für Simson-Mopeds. Ausnahmsweise mal kein Link dahin.(siehe Bücher).

            4 Motorstörung und ihre Behebung

            4.1 Der Motor springt nicht an

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Kraftstoffhahn zu Hahn öffnen
            Kein Kraftstoff im Tank Kraftstoff einfüllen
            Luftloch im Tankverschluß verstopft Tankverschluß reinigen
            Tankentlüftung kontrollieren
            Düse im Vergaser verstopft Düse ausblasen oder mit einer Borste reinigen
            Kraftstoffleitung verstopft Leitung, Sieb am Hahn und Tank reinigen
            Vergaser verschmutzt oder Wasser im Vergaser Vergaser reinigen
            Zündkabel beschädigt oder lose Kabel erneuern oder befestigen
            Zündkerze verrußt oder beschädigt Kerze reinigen, auf richtigen Elektrodenabstand (0,4 mm) prüfen, evtl. erneuern
            Evtl. bekommt Motor zu viel Kraftstoff (ersäuft) Vergasereinstellung prüfen Schwimmer auf Dichtheit kontrollieren
            Unterbrecherkontakte verölt oder verbrannt Kontakte reinigen, mit Kontaktfeile (Spezialfeile!) glätten, Kontaktabstand (0,4 mm) prüfen und evtl. nachstellen
            Evtl. bekommt der Motor zu wenig Kraftstoff Nadel in die 4. Kerbe von oben hängen

            4.2 Der Motor arbeitet unregelmäßig oder bleibt öfter stehen

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Kraftstoff verbraucht Kraftstoff nachfüllen
            Kraftstoffleitung verschmutzt Leitung, Hahn, Sieb und evtl. Tank reinigen
            Vergaser oder Düse verschmutzt Vergaser und Düse reinigen (kein Draht verwenden, da sonst Düse beschädigt wird)
            Motor bekommt zu wenig Kraftstoff Düsennadel eine Kerbe höher hängen. Düse zu klein, größere Düse nehmen
            Zündkerze sitzt lose Zündkerze festschrauben (Kerzenring nicht vergessen)
            Zündkerze verrußt Zündkerze reinigen oder auswechseln
            Zündkerzen-Isolator defekt Zündkerze auswechseln. Richtigen Elektrodenabstand beachten (0,4 mm)
            Zündkabel beschädigt oder lose Zündkabel erneuern bzw. befestigen
            Unterbrecherkontakte verölt Kontakte reinigen, mit Spezialkontaktfeile glätten, evtl. nachstellen

            4.3 Der Motor arbeitet im Viertakt (läßt Zündungen aus)

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Kraftstoffzufuhr zu reichlich Düsennadel im Vergaser eine Kerbe tiefer hängen
            Kraftstoffdüse zu groß Kleinere Düse einsetzen
            Schwimmer defekt Schwimmer erneuern
            Schwimmerventil ausgeschlagen Schwimmer-Gehäusedeckel und Nadel erneuern
            Zündkerze verölt, verrußt Kerze reinigen oder erneuern, evtl. Kerze mit niedrigerem Wärmewert einsetzen. Richtigen Elektrodenabstand (0,4 mm) beachten
            Ölrückstände im Schalldämpfer oder im Auspuffrohr Schalldämpfer und Rohr gut reinigen
            Unterbrecherkontakte verschlissen oder verschmort Kontakte erneuern, Abstand genau einstellen (0,4 mm). Siehe auch Montageanleitung 'Elektrik', Zündeinstellung (2,5 mm vor O.T.) beachten.
            Schwimmernadel im Vergaser klemmt Schwimmer ausbauen, Vergasergehäuse reinigen, Nadel gangbar machen
            Starterklappe am Vergaser auf 'zu' bzw. nicht ganz offen Starterklappe öffnen
            Luftfilter verschmutzt Filter in Benzin reinigen, ausschwenken und mit Öl benetzen
            Kraftstoffmischung nicht einwandfrei Das unter 'Tanken' Gesagte und Einfahrhinweise beachten

            4.4 Der Motor zieht nicht (läßt in der Leistung nach)

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Motor noch nicht eingefahren Motor vorsichtig einfahren
            Luftfilter verschmutzt Filter in Benzin reinigen, ausschwenken und mit Öl benetzen
            Kraftstoffleitung verschmutzt Leitung, Sieb am Hahn und Tank reinigen
            Vergaser verschmutzt Vergaser abbauen und reinigen
            Kraftstoffmangel Größere Düse einsetzen
            Falsche Vergasereinstellung Düsennadel höher setzen; Montageanweisung 'Vergaser' beachten
            Starterklappe steht auf zu oder ist teilweise geöffnet Starterklappe ganz öffnen
            Zündstörung (Unterbrecher, Kondensator, Zündspule usw.) Unterbrecherhebel und Gegenkontakt erneuern, komplettes Aggregat in einer IKA-Vertragswerkstatt überprüfen lassen
            Nebenluft am Zylinderkopf, Zylinderflansch, Vergaserstutzen durch beschädigte Dichtungen oder gelockerte Schrauben Dichtungen erneuern, Schrauben bzw. Muttern anziehen
            Auspuffkanalöffnung am Zylinder mit Ölkohle zugesetzt Auspuffrohr abnehmen, Zylinderkopf und Zylinder abnehmen. Dann Ölkohle mit einem hierzu geeigneten Gegenstand entfernen. Kolben nicht beschädigen!
            Auspuffrohr oder Schalldämpfer verstopft Auspuffanlage reinigen
            Kupplung rutscht Kupplung nachstellen (siehe auch Text unter 3.4)
            Motor zu heiß und Kolben klemmt Motor kalt werden lassen, Kraftstoffzufuhr reichlicher stellen. Evtl. größere Düse. Kraftstoffgemisch etwas ölreicher wählen, evtl. festgebrannte Kolbenringe vorsichtig lösen oder erneuern

            4.5 Zu hoher Kraftstoffverbrauch

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Defekte Kraftstoffleitung, lose Anschlüsse, undichter Tank Leitung, Anschlüsse und Tank in Ordnung bringen
            Undichter Vergaser Vergaser reinigen und prüfen, defekte Teile (Schwimmer, Schwimmernadel) erneuern
            Kraftstoffdüse zu groß Kleinere Düse einsetzen
            Vergasereinstellung falsch Normale Einstellung, Einreguliervorschrift für Vergaser beachten
            Zündkerze mit zu niedrigem Wärmewert Zündkerze mit nächsthöherem Wärmewert nehmen
            Auspuffanlage verstopft Auspuffanlage von sämtlichen Ölkohlerückständen reinigen
            Defekte Dichtungen am Zylinderkopf, Zylinderfuß, Zylinderflansch oder Vergaserstutzen Dichtungen erneuern

            4.6 Der Motor knallt oder patscht in den Vergaser

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Motor hat zuviel Spätzündung Zündung in einer Fachwerkstatt einstellen lassen
            Zündkerzenelektroden sind leicht überbrückt Kerze reinigen; richtigen Elektrodenabstand (0,4 mm) beachten
            Zündkerze mit zu niedrigem Wärmewert Vorgeschrieben Zündkerze einsetzen
            Kraftstoffmangel Vergaser laut Vorschrift richtig einstellen. Evtl. größere Düse einsetzen

            4.7 Der Motor wird zu heiß

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Zu ölarme Kraftstoffmischung oder ungeeignetes Öl in der Mischung Das unter 'Tanken' Gesagte beachten
            Kraftstoff verschmutzt Düse reinigen
            Zuviel Spätzündung Zündung in einer Fachwerkstatt nachstellen lassen
            Zu schnelles Fahren im 1. Gang Rechtzeitig schalten
            Auspuffanlage verstopft Auspuffanlage reinigen
            Zylinder und Zylinderkopf, besonders Kühlrippen verschmutzt Zylinder und Motor reinigen

            4.8 Der Motor übertourt sich (dreht durch)

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Kupplung rutscht Kupplung nachstellen. Lamellen evtl. erneuern. (das unter 3.4 Gesagte beachten)

            4.9 Geräusche

            zum nächsten Punkt ; Index
            Ursache: Behebung:
            Motor klingelt (Klingeln: Helles hämmerndes Geräusch im Motor) Ungenügende Klopffestigkeit des Kraftstoffes; Kraftstoffwechsel vornehmen; Ölkohlerückstände am Kolbenboden und im Zylinderkopf entfernen
            Klickendes Geräusch Kolbenringe festgebrannt; Ringe gangbar machen oder erneuern
            Kettengeräusche Kette schlägt an Kettenschutz; Kette nachspannen

            5 Werkzeuge

            zum nächsten Punkt ; Index

            Im Werkzeugkasten sind die für die Unterhaltung und Pflege erforderlichen Werkzeuge untergebracht.

  1. Dorn für Steckschlüssel
  2. Steckschlüssel für Zündkerze
  3. Steckschlüssel 11 und 14 mm
  4. Schraubenzieher, 5mm breit
  5. Einstellehre 0,4 und 0,7 mm
  6. Doppelmaulschlüssel 9 und 10 mm
  7. Doppelmaulschlüssel 14 und 15 mm
  8. Doppelmaulschlüssel 14 und 17 mm (Nabenschlüssel)
  9. Doppelmaulschlüssel 17 und 19 mm
  10. Schraubenschlüssel
  11. Reparaturkasten
  12. Werkzeugtasche


6 Verkehrskunde

Index

Bemerkung von Miraculis:
Ist sehr interessant und belustigend, die Ausführungen von 1959 zu lesen, allerdings werde ich mich erst einmal vorrangig auf die Reparaturanleitung stürzen, zwecks eingeben. Wenn alles fertig ist (welche Homepage ist das schon) hänge ich’s noch an.

Kleinkrafträder bestimmen vor allem im Sommerhalbjahr das Verkehrsgeschehen auf unseren Straßen in hohem Maße, verließen doch ab 1964 bis Ende 1981 ca. 2,5 Millionen Stück die Montagebänder des VEB Fahrzeug-und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann" in Suhl. Dennoch besteht trotz stetig steigender Produktion nach wie vor eine rege Nachfrage. Der Grund: Die Simson-Kleinkrafträder be­sitzen ein außerordentlich hohes Leistungs­vermögen und sind hinsichtlich Zuverlässig­keit und Wirtschaftlichkeit kaum zu überbie­ten.

Definition Kleinkraftrad"

Kleinkrafträder sind Motorräder, Motorroller und Mopeds mit einem Hubraum bis 50cm3 und einer Höchstgeschwindigkeit bis 60 km/h" - §84 StVZO. Wird auch nur eines dieser Kriterien überschritten, ist die Bezeich-nung.Kleinkraftrad" nicht mehr zutreffend -es wird die Fahrerlaubnis der Klasse 1 be­nötigt. Jugendliche Bastler, die beispiels­weise durch Frisierarbeiten die Motorleistung erhöhen und danach die Höchstgeschwindig­keit von 60 km/h mit ihrem Fahrzeug über­schreiten, mögen sich das merken. Sie ver­stoßen damit gegen die StVZO und können dementsprechend von der Volkspolizei zur Verantwortung gezogen werden. Für Kleinkrafträder, die mit Knieschluß ge­fahren werden, wie beispielsweise das S51, ist auch die Bezeichnung Mokick" gebräuch­lich. Die Wortkombination setzt sich aus den Begriffen Motor" und Kickstarter" zusam­men. Diese Bezeichnung trifft im Prinzip für alle Simson-Kleinkrafträder mit motorrad­ähnlichem Charakter zu. Mopeds sind Kleinkrafträder, die mit Tret­kurbeln ausgerüstet sind. Mit ihnen wird der Motor angeworfen, gleichzeitig muß aber auch die behelfsmäßige Fortbewegung des


Rades ohne Motorkraft möglich sein. Moped" ist somit die Abkürzung für Motor" und Pedalantrieb". Dieser Klasse entsprachen die früher produzierten Klein­kraftradtypen SR1, SR2 und SR4-1 Spatz". Der in der DDR gebräuchliche Begriff Klein­roller" definiert ein Kleinkraftrad mit Rol­lercharakter. Fahren mit Knieschluß ist bei ihm nicht möglich. Ein typischer Vertreter dieser Klasse ist die Schwalbe". Die heutigen Suhler Kleinkrafträder sind all­gemein zur Beförderung von zwei Personen zugelassen.

Zum Führen eines Kleinkraftrades ist gemäß §85 StVZO eine Fahrerlaubnis erforderlich. Sie kann nach Vorlage eines ärztlichen Gut­achtens gemäß §10 und Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung gemäß §13 StVZO bei der zuständigen Zu­lassungsstelle der Deutschen Volkspolizei beantragt werden. Zur Aneignung der not­wendigen verkehrsrechtlichen Kenntnisse ist es empfehlenswert, eine öffentliche Fahr­schule oder die speziellen Lehrgänge in Be­trieben, GST, Motorsportklubs des ADMV, Schulen und Wohngebieten zu besuchen.

Versicherung und Registrierung

Die Inbetriebnahme eines Kleinkraftrades ist erst nach Abschluß einer Kraftfahr-Haft-pflichtversicherung bei der Staatlichen Ver­sicherung der DDR zulässig. Der Jahresbetrag beträgt in der DDR 8,50 M und in der Haupt­stadt der DDR, Berlin, 10,50M jährlich. Als Zahlungsnachweis werden Wertmarken aus­gegeben. Diese Wertmarken sind während des gesamten Jahres bei den Dienststellen der Staatlichen Versicherung der DDR und im Zeitraum vom 1. März bis 30. April bei allen Sparkassen, Filialen der Deutschen Noten­bank,  Banken für Handwerk und Gewerbe 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, für Kleinkrafträder eine Kasko-Versicherung ab­zuschließen. Der jährliche Beitragssatz für eine Kasko-Versicherung mit 100,-M Selbst­beteiligung beträgt 24,-M, der Beitrag für eine Teilkasko-Versicherung 8,-M. Kleinkrafträder werden seit 1977 nicht mehr bei den Zulassungsstellen der Deutschen Volkspolizei registriert. Eine Betriebserlaub­nis wird beim Kauf des Fahrzeugs mit aus­gehändigt. Sie enthält die technischen Anga­ben des jeweiligen Fahrzeugtyps und auch den Fahrzeughalter. Die technischen Über­prüfungen werden hierin vermerkt. Besitz- und technische Veränderungen an Kleinkrafträdern sind demzufolge bei den Zulassungsstellen der DVP nicht mehr mel­depflichtig. Es wird jedoch empfohlen, daß sich der Kleinkraftradbesitzer die von den Werkstätten vorgenommenen Veränderun­gen, wie Motor- oder Rahmenaustausch, Neulackierung in verändertem Farbton sowie sonstige "Umbauten, schriftlich bestätigen läßt. Bei selbst durchgeführten Umbauten sind die Quittungen der Kaufteile aufzube­wahren. Diese Unterlagen werden bei der Bearbeitung von Versicherungsfragen, Ga­rantieansprüchen und Verlustmeldungen be­nötigt.

Modellübersicht/Unterscheidungs­merkmale

An keinem anderen in der DDR produzierten Kraftfahrzeugtyp wird so deutlich wie an den Suhler Kleinkrafträdern, welche Entwicklung die Fahrzeuge hinsichtlich Sicherheit, tech­nischer Perfektion, Zuverlässigkeit und Lei­stung in den letzten Jahren genommen haben. Dank ihrer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und ihrer für diese Fahrzeug­klasse überdurchschnittlich leistungsstarken Motoren sind sie sowohl für Stadt- und Kurz­streckenfahrten als auch für Überlandfahrten größeren Ausmaßes geeignet. Selbst in der Auslandstouristik spielen die Suhler Klein­krafträder infolge ihrer Zuverlässigkeit eine immer größere Rolle.

Die nachfolgende Übersicht berücksichtigt die Simson-Kleinkraftradmodelle, die in den


Anlagen  1  bis 5 enthalten die technischen Daten.

Typenreihe KR 51/1

Der Kleinroller des Typs Schwalbe" (Bild 1-1) ist ein sogenanntes Allwetterfahrzeug. Durch den hervorragenden Schmutzschutz wird er insbesondere von Frauen gern ge­fahren. Er gilt als das ideale Fahrzeug für die tägliche Fahrt zur Arbeitsstelle. Dieser Kleinkraftradtyp wurde erstmalig als Zweisitzer entwickelt und von 1964 bis 1980 produziert. Als Antriebsquelle dient ein robu­ster, gebläsegekühlter 2,65-kW-Einzylinder-Zweitaktmotor11 mit Dreiganggetriebe. Bei der Konzipierung der Typenreihe wurden fortschrittliche Wege beschritten. Neben Voll-schwingenfahrwerken mit großen Feder­wegen und wirksamen Vollnabenbremsen sind die Räder austauschbar. Ferner wurde großer Wert auf Wartungsfreiheit gelegt. Als Folge konnten alle Schmiernippel entfallen und wurde der Kettentrieb staubdicht mittels Gummischutzschläuchen gekapselt. Außer­dem erleichtern Steckachsen die Demontage der Räder, wobei der Hinterradantrieb kom­plett an der Hinterradschwinge verbleibt. Vervollständigt werden konnte dieser Typ -wiederum erstmalig bei einer derartigen Fahrzeugklasse - mit Blinkleuchten, Stop-licht, Parklicht und einem Gleichstrom-Signalhorn. Die Voraussetzungen dafür wur­den durch den während der Fahrt aufladba­ren Bleisammler geschaffen. Ein solider Gepäckträger mit verstellbarem Spannband gehört zur Grundausstattung. Im Produktionszeitraum wurden verschie­dene Detailverbesserungen zwecks Ge­brauchswerterhöhung wirksam. Genannt seien eine verlängerte Sitzbank, ein höheres Motordrehmoment sowie funktionsverbes-serte Bremsen.

An die Schwalbe" kann ein typgeprüfter und im Fachhandel erhältlicher Kindersitz mon­tiert werden. Ferner ist das Fahrzeug bei Ver­wendung typgeprüfter Bauteile für den An-hgngerbetrieb zugelassen.

1) kW = Kilowatt; 1 kW = 1,36 PS oder 1 PS = 0,736 kW

KR 51/1 und KR 51/1 F: Diese beiden Grund­modelle der Rollertypenreihe sind mit Fe­derbeinen mit Reibungsdämpfung ausgestat­tet. Zur äußeren Kennzeichnung dienen die Farben sandgrau und blau. Die Getriebe­schaltung erfolgt durch einen Schaltdrehgriff auf der linken Lenkerseite oder wahlweise durch Fußschaltung mittels einer Schalt­wippe.

KR 51/1 K; Bei dieser Komfort-Variante des Kleinrollers wurden für die Radfederungen erstmals hydraulische Zweikammerdämpfer eingesetzt. Der Fahrkomfort erhöhte sich da­durch erheblich, da die Bodenhaftung der Räder bedeutend verbessert werden konnte. Ferner bietet eine verlängerte Doppelsitzbank günstigere Voraussetzungen für den Sozius­betrieb. Die Fahrzeuglackieiung erfolgte in weiß und saharabraun.

KR 51/1 S: Diese von 1968 bis 1980 pro­duzierte Roller-Sonderausführung besitzt als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal eine automatische Kupplung. Sie ermöglicht auch ungeübten Nutzern ein bequemes Anfahren, ohne Gefahr zu laufen, den Motor dabei ab­zuwürgen. Und da gleichzeitig Fußschaltung und Kupplungsbetätigung kombiniert wur­den, konnte der Kupplungshandhebel am Lenker entfallen. Ferner wurden die Lichtlei­stung des Scheinwerfers auf 25/25 W erhöht, die Zündspule  außerhalb  des  Motors an-


geordnet, die Schutzhülsen der vorderen hy­draulisch gedämpften Federbeine verchromt. Die Lackierung erfolgte in olivbeige und si­gnalrot.

Typenreihe SR 4

Bei der SR 4-Typenreihe galt es, mit mölichst vielen Baugruppen des Rollers KR 51 einen völlig neuen sportlichen Fahrzeugtyp, insbesondere für die junge Generation, zu schaffen. Es gelang durch Übernahme des Triebwerkes, der Radfederungen, der Räder und Bremsen, des bewährten Hinterrad­antriebes, des Lenkers, der Sitzbank und der gesamten elektrischen Anlage. Bekannte Vertreter dieser Typenreihe sind die Modelle SR 4-1 Spatz", SR 4-2 Star", SR 4-3 Sper­ber" und SR 4-4 Habicht", wobei der Sper­ber" aufgrund der Motorleistung von 3,4 kW und somit höherer Fahrgeschwindigkeit als Motorrad ausgelegt war. Alle SR 4-Modelle können mit einem typ­geprüften Kindersitz ausgerüstet werden. Ebenso ist Anhängerbetrieb möglich.

SR 4-2 Star": Dieses zweisitzige Kleinkraft­rad (Bild 1-2) weist bereits einen mo­torradähnlichen Charakter auf. Infolge des stabilen Rohr-Prägerahmens mit feststehen­den Fahrerfußrasten und den Langschwin­gen-Radfederung besitzt es sehr gute Fahreigenschaften, die sogar eine sportliche Fahr­weise ermöglichen. Das strapazierfähige Dreigangtriebwerk mit Gebläsekühlung und Fußschaltung sowie einer Leistung von 2,5 kW unterstützt diese Tendenz. Obwohl die Anordnung des Kraftstoffbehäters das Fahren mit Knieschluß schon zuläßt, wurde dennoch ein freier Durchstieg vor­gesehen, um auch Benutzern der mittleren und älteren Generation das Aufsitzen zu er­leichtern.

Der Schmutzschutz ist durch die voluminösen Kotflügel recht gut. Trotzdem kann noch ein


Beinschutzblech nachgerüstet werden, so daß eine Schutzwirkung erreicht wird, die der des Kleinrollers nicht viel nachsteht.

SR 4-4 Habicht": Bei diesem Spitzenmodell der SR 4-Typenreihe (Bild 1-3) mit einer Mo­torleistung von 2,5 kW wurde in der Klein­kraftradklasse erstmals ein Vierganggetriebe eingesetzt. Ferner erhielt das Fahrzeug einen großen Kraftstoffbehälter, der unmittelbar an die verlängerte Sitzbank anschließt und somit eine echte Motorradsitzposition ermöglicht, hydraulisch gedämpfte Federbeine und einen

steiferen Rahmen, was die Fahrstabilität er­heblich verbesserte.

Zum Einsatz kamen ein 25/25-W-Scheinwer-fer und eine außenliegende Zündspule. Das steigerte den Gebrauchswert merklich.

Typenreihe S 50

Mit dieser Typenreihe schufen die Suhler Fahrzeugbauer eine Serie von Kleinkraft­rädern, die sich lediglich hinsichtlich des Leistungsvermögens noch vom Motorrad unterscheiden. Motorradtypische Baugrup­pen wie Teleskopgabel und verstellbarer niedriger Rohrlenker unterstreichen den Mo­torradcharakter.

Das fahrtwindgekühlte Triebwerk mit einer Leistung von 2,65 kW und drei Gängen erhielt hinsichtlich Leistung und Drehmoment ver­besserte Kennwerte. Die thermische Stand­festigkeit des Triebwerkes in allen Fahrsitua­tionen gewährleistet die großflächige Ver-rippung von Zylinder und Zylinderkopf. Im Grundaufbau entspricht das Triebwerk aber den Vorgängermodellen. Lediglich die äßere Gestaltung wurde dem sportlichen Fahr­zeugcharakter angepaßt. Die langhubige Teleskopgabel mit hydrauli­schem Endanschlag und die Hinterrad­schwinge , mit hydraulisch gedämpften Fe­derbeinen verleihen dem Fahrzeug in Ver­bindung mit dem stabilen, verschraubten Rohrrahmen hervorragende Fahreigenschaf­ten.

Vorder- und Hinterradbremse wurden in ihrer Wirksamkeit erhöht. Durch Einsatz eines großvolumigen Ansauggeräuschdämpfers und weiterer Maßnahmen konnte das Ge­samtfahrgeräusch auf 77 dB (AF) abgesenkt werden. Ferner wurde die Abgasanlage zwecks Erleichterung des Radausbaus auf der rechten Fahrzeugseite angeordnet und ein modern gestalteter Kraftstoffbehälter mon­tiert.

Auch für die S 50-Modelle sind bauart­genehmigte Kindersitze im Fachhandel er­hältlich. Ebenso ist Anhängerbetrieb gestat­tet, wobei jedoch die Beleuchtung des An­hängers der Heckbeleuchtung des Zugfahr­zeugs entsprechen muß.


S 50 N; Dieses Grundmodell weist den glei­chen Fahrkomfort auf wie alle anderen Mo­delle der S 50-Reihe. Lediglich die elektrische Anlage wurde so weit minimiert, wie es die gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Hier­bei wurde aus Sicherheitsgründen jedoch nicht auf das Bremslicht verzichtet. An Besonderheiten sind zu verzeichnen: Die Stomversorgung des Signalhorns erfolgt über eine Trockenbatterie, die Farbe des Fahrzeugs ist blau, an den Federbeinen sind schwarze Plastschutzrohre eingesetzt, die Beifahrerfußrasten sind an der Hinterrad­schwinge befestigt.

Das S 50 N erfordert sehr wenig Wartung und ist speziell für den Einsatz in verkehrsarmen Gebieten (Land- und Forstwirtschaft) konzi­piert worden.

S 50 B: Bei diesem Kleinkraftrad wurde erst­malig eine Vierleuchten-Blinkanflage mit 21 W Leistung pro Leuchte eingeführt. Zur Ab­sicherung der Energiebilanz kamen eine 12-Ah-Batterie und eine entsprechend ab­gestimmte Ladeanlage zum Einsatz. Mit die­sen Maßnahmen erhöhte sich die Verkehrs­sicherheit beträchtlich. Alle S 50 B-Typen (auch S 50 B 1 und S 50 B 2) wurden in den Farben rapsgelb, kirschrot, saharabraun und saftgrün geliefert. Ver­chromte Federbeinschutzrohre verbesserten das Gesamtaussehen des Fahrzeugs.

S 50 B 1: Dieses Modell löste das Modell S 50 B ab. Im Zuge der weiteren Gebrauchswert­erhöhung konnte jedoch die ScheinWerfer-lichtleistung auf 25/25 W gesteigert und die elektrische Anlage um Standlicht und Licht­hupe erweitert werden. Eine außenliegende Zündspule und der Einsatz einer Drosselspule für das Rücklicht erhöhten die Funktions­sicherheit. Am Rahmenausleger ange­schraubte Fußrasten bieten auch dem Bei­fahrer einen hohen Fahrkomfort.

S 50 B 2: Bei diesem Spitzenmodell der S 50-Baureihe (Bild 1-4) wurde eine völlig war­tungsfreie elektronische Magnetzündanlage eingebaut und die Lichtleistung des Schein­werfers auf 35/35W erhöht. Diese Ausstat­tungsdetails waren zum Zeitpunkt des Se­rienanlaufs im Jahre 1976 einmalig.

Alle Einstell- und Wartungsarbeiten an der Zündanlage entfallen, und die Zündker­zenstandzeit ist drei- bis fünfmal größer als bei unterbrechergesteuerten Zündanlagen.

Typenreihe S 51

Das Hauptmerkmal dieser seit Mitte 1980 pro­duzierten Modelle ist der Einsatz eines neu­entwickelten 50-cm2-Triebwerks mit 2,72 kW Leistung in moderner Form und verbesserten Drehmomentwerten. Die Vorteile bestehen u.a. in folgendem:

-    Senkung des Kraftstoffverbrauchs um ca.
10%.

-    Wahlweiser Einsatz von ziehkeilgeschalte-
ten Drei- oder Vierganggetrieben.

-    Höhere thermische Belastbarkeit.

-    Tellerfederkupplung.

-    Senkung der Triebwerksgeräusche.

-    Qualitätsverbesserung des Schwunglicht-
primärzünders, Erhö
hung der Mindestlicht-
leistung auf 25W.

-    Erhöhung      der      Nutzungsdauer      auf
40000km.

-    Größere Servicefreundlichkeit.

Die Fahrleistungen, speziell bei Soziusbetrieb und im bergigen Gelände, steigen durch den leistungsstärkeren Motor merklich an. Ferner konnte durch die außenliegende Zündspule


die Lichtleistung einheitlich auf 25W fest­gelegt werden.

Die eingangs angesprochene größere Ser­vicefreundlichkeit kommt darin zum Aus­druck, daß alle Reparaturarbeiten am Trieb­werk - außer Arbeiten an der Kurbelwelle und am Getriebe - ohne Ausbau und Demon­tage des Motors erledigt werden können. Fahrwerkseitig bauen die S 51-Modelle auf die S 50-Modelle auf. Ein moderner Flachscheinwerfer und eine veränderte Grafik unterscheiden die Fahrzeuge jedoch deutlich voneinander.

Analog den S50-Typen sind auch bei den S51-Typen typgeprüfte Kindersitze sowie Anhängerkupplungen zugelassen. Zum Zeitpunkt der Drucklegung des Buches wurden vom Suhler Stammbetrieb des IFA-Kombinates für Zweiradfahrzeuge folgende Modelle im Handel angeboten.

S 51 N: Dieses Grundmodell (Bild 1-5) mit einfachster elektrischer Ausstattung ist mit einem Dreiganggetriebe ausgerüstet. Beacht­lich sind dagegen die Funktionsverbesserun­gen an der Zündanlage. Durch eine ver­änderte Anordnung des Unterbrechers ist jedes Verölen im Fahrbetrieb ausgeschlos­sen. Außerdem besitzt das Fahrzeug eine außenliegende Zündspule, die wegen der geringen thermischen Belastung eine höhere

Funktionssicherheit aufweist. Erstmals be­trägt bei diesem einfachsten Ausstattungs­modell die Scheinwerferlichtleistung 25/25W.

S 51 B 1-3: Dieses Modell mit Dreigang­getriebe besitzt die komplette elektrische Ausstattung (Vier-Leuchten-Blinkanlage, Standlicht, 25-W-Scheinwerfer, Lichthupe). Neu ist die Schalterkombination auf der lin­ken Lenkerseite. Abblend- und Lichtschalter sowie die Betätigungsknöpfe für die akusti­sche und optische Signalgabe sind in einer Baueinheit untergebracht.


Die sinnfällige Schaltrichtung des Blinkschal­ters - nach rechts schalten bedeutet auch rechts blinken - vermeidet irritierendes Falschblinken durch Verwechseln der Schalt­richtung.

S 51 B 1-4: Dieses Modell gleicht in der tech­nischen Ausstattung - bis auf das Viergang­getriebe - völlig dem Typ S 51 B 1-3. Zur Unterscheidung der Gangzahl des Triebwerks ist in den Kupplungsdeckeln jeweils die 3 oder 4 eingegossen.

S 51 B 2-4: Das S 51 B 2-4 als komfortabelstes

1-4 auf. Es besitzt aber die warturygsfreie elektronische Magnetzündanlage. Ferner ist bei ihn die Scheinwerferlichtleistung auf 35/35 W erhöht.

An den Federbeinen der Hinterradfederung werden freiliegende Tragfedern verwendet. Die Federn sind zwecks optimalen Korro­sionsschutzes größtenteils mit einer Plast-beschichtung versehen. Der Rückspiegel wurde zwecks Sichtverbes­serung im Durchmesser auf 120 mm vergrö­ßert. In dem auf 60 mm Durchmesser ver­größerten Tachometer ist eine grüne Kon­trolleuchte für die Blinkanlage mit unter­gebracht.

Typenreihe KR 51/2

Es war eine logische Schlußfolgerung der Suhler Fahrzeugkonstrukteure, den neuent­wickelten 2,72-kW-Motor mit einer Vielzahl technischer und ökonomischer Vorteile auch in den Kleinroller KR 51 (Bild 1-7) einzubauen. Hierdurch wurden gleichzeitig die Vorausset­zungen geschaffen, um das Gesamtfahr­geräusch aller Kleinrollermodelle unter die international vorgeschriebene Grenze ab­zusenken.

Das fahrtwindgekühlte 2,72-kW-Triebwerk hat sich im Kleinroller bestens bewährt.  Nach


bündelten Luftstromes sogar noch kühler als > im Modell S 51.

Mit Einbau des neuen Drei- oder Viergang­getriebes erfolgten gleichzeitig konstruktive Änderungen am Doppelrohrrahmen zur Er­höhung der Grenznutzungsdauer. Bedeu­tungsvoll ist auch die Funktionsverbesserung der Hinterradbremse durch Einsatz eines Bremsgestänges.

Zur Erleichterung des Ausbaues des Hinter­rades bei Reifenpannen oder Wartungsarbei­ten wurde die Abgasanlage auf die rechte Fahrzeugseite verlegt. Damit wurde auch die Verbrennungsgefahr für die weiblichen Rol­lerfahrer wegen der meist von links erfolgen­den Fahrzeughandhabung beseitigt. Um Fahrzeugdieben das Leben schwer zu machen, kommt ein bedeutend stabileres Lenkschloß mit einem höheren Sicherheits­grad zum Einsatz.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden ferner die Lichtleistung des Scheinwerfers auf 25W angehoben und die große Brems­schlußleuchte des S51 an der Heckpartie montiert. Der Ladestrom für die Batterie be­trägt 1,1 A und dient der Verbesserung der Energiebilanz.

Lackiert ist die neugestaltete Lenkerverklei­dung mattschwarz. Ein zusätzlicher Rechts­spiegel läßt sich anbringen.

KR 51/2 N: Dieser Grundtyp besitzt einen kontaktgesteuerten Schwunglichtprimärzün-der mit 25W Scheinwerferlichtleistung und außenliegender Zündspule. Die Getriebe­schaltung erfolgt generell mittels Fußschalt­wippe. Für die Radfederungen sind reibungs­gedämpfte Federbeine eingesetzt. Die Elek­trikbauteile Sicherungsdose und Leitungs­verbinder sind sehr gut zugänglich unter der Abdeckung des Vorderteiles angebracht. Der übrige Aufbau entspricht dem des KR 51/1 F.

KR 51/2 E: Dieses Modell ist mit hydraulisch gedämpften Federbeinen ausgestattet. Seine Fahrleistungen wurden duch den Einbau eines Vierganggetriebes verbessert.

KR 51/2 L: In diesem Luxusmodell ist die bewährte wartungsfreie elektronische Zünd­anlage montiert und dadurch gleichzeitig die Scheinwerferlichtleistung auf 35W erhöht worden.

Das Spitzenmodell wird selbstverständlich auch mit Vierganggetriebe und den kom­fortablen hydraulisch gedämpften Radfede­rungen geliefert.

Krankenfahrzeug DUO 4/1

Das motorisierte Krankenfahrzeug DUO 4/1


(Bild 1-8) ist ein auf reine Zweckmäßigkeit ausgelegtes Fortbewegungsmittel für Geh­behinderte. Es ist sehr einfach in seiner tech­nischen Konzeption, die Unterhaltungskosten sind extrem niedrig, und der Wartungsauf­wand ist ähnlich dem des Kleinkraftrades gering. Für die Benutzung ist die Fahrerlaub­nis für Kleinkrafträder erforderlich. Gestaltung und Fahrwerkaufbau werden durch die Vielzahl der vom Kleinkraftradmo­dell Schwalbe" übernommenen Bauteile bestimmt. Der Versehrte hat so den großen Vorteil, daß ihm bei auftretenden Pannen von den weit über 1000 Simson-Diensten in der Republik geholfen werden kann. Die starke Verwandtschaft zum Kleinkraftrad drückt sich darin aus, daß folgende Bauteile

-  teilweise mit geringfügigen Änderungen -
übernommen worden sind:

-    Triebwerk einschließlich Ansaug- und Aus­
puffanlage.

-    Räder und Reifen (alle 3 untereinander aus­
tauschbar).

-    Bremsen.

-Hinterradantrieb (auf das  linke Rad wir­kend).

-    Vorderradlangschwinge    und    Hinterrad­
schwingen einschließ
lich hydraulisch ge­
d
ämpfter Federbeine.

-    Kotflügel, Seitenverkleidungen, Bedienele­
mente.

.- Teile der elektrischen Anlage.

Das DUO 4/1 ist mit einem breiten und, was für Behinderte sehr wichtig ist, extrem nied­rigen Einstieg versehen. Die Bedienung er­folgt ausschließlich mit den Händen. An der Lenksäule befinden sich alle Bedienelemente, außer der Feststellbremse, dem Anwerf- und dem Schalthebel für das Triebwerk. Durch das Nachvorndrücken der Lenksäule werden alle drei Räder gleichzeitig abgebremst. Die Bremskräfte werden über einzeln einstellbare Seilzüge auf die Radbremsen übertragen. Die Lenkbewegung wird von der Lenksäule über eine wartungsfreie Spustange auf den Schwingenträger der Vorderradfederung übertragen. Der kräftige, in sich verstrebte Rohrrahmen gibt dem Krankenfahrzeug auch bei schneller Kurvenfahrt die nötige Stabilität. Ein entscheidenes Kriterium für den hohen Gebrauchswert des DUO 4/1 stellt der Wetterschutz dar. Die Frontscheibe aus Si­cherheitsverbundglas ist mit einem elek­trischen Scheibenwischer ausgestattet. Selbst eine Scheibenwaschanlage fehlt nicht. Die Verdeckplane kann bei sommerlicher Witterung leicht abgenommen werden. Die breite gepolsterte Sitzbank bietet zwei Perso­nen bequem Platz.

Das gebläsegekühlte 2,65-kW-Dreigangtrieb-werk des Kleinrollers KR 51/1 S mit Kupp­lungsautomatik stellt das ideale Antriebsag­gregat für ein derartiges Fahrzeug dar. Die Handkupplung entfällt, so daß sich die Bedie­nung während der Fahrt nur noch auf Schal­ten und Gasgeben beschränkt. Trotz der rela­tiv hohen Gesamtmasse des Fahrzeugs und des großen Luftwiderstandes beschleunigt das 50-cm3-Triebwerk das Fahrzeug noch re­lativ gut und gewährleistet bei veränderter Sekundärübersetzung eine Höchstgeschwin­digkeit von ca. 50 km/h. Die elektrische Anlage weicht trotz Über­nahme vieler Bauteile doch erheblich von den entsprechenden Anlagen der Kleinkrafträder ab. Der Schwunglichtprimärzünder versorgt lediglich den 25/25-W-Scheinwerfer bzw. die Lichthupe mit Wechselstrom. Alle anderen Verbraucher werden mit Gleichstrom betrie­ben. Die nötigen Voraussetzungen dafür wur­den durch den Ei